nach oben
Bei der Testfahrt auf dem Neckar sind die Castor-Behälter noch leer. Das soll sich beim Transport der ausgedienten Brennstäbe ändern. Foto: dpa-archiv
Bei der Testfahrt auf dem Neckar sind die Castor-Behälter noch leer. Das soll sich beim Transport der ausgedienten Brennstäbe ändern. Foto: dpa-archiv
20.06.2017

Gericht erlaubt Atommüll-Transport auf dem Neckar

Neckarwestheim. Erstmals darf Atommüll in Deutschland auf einem Fluss transportiert werden. Im Streit um die Beförderung per Schiff auf dem unteren Neckar hat nun ein Gericht entschieden.

Warum soll Atommüll aus dem abgeschalteten Atomkraftwerk Obrigheim nach Neckarwestheim gebracht werden?

Eigentlich wäre für die Lagerung der 342 ausgedienten Brennelemente ein eigenes Zwischenlager in Obrigheim nötig. Allerdings ist in Neckarwestheim noch Platz: etwa für die 15 Behälter mit Brennelementen aus Obrigheim.

Warum soll der Atommüll auf dem unteren Neckar transportiert worden?

EnBW argumentiert, dass eine Beförderung auf der Schiene oder auf der Straße aufwendiger sei. Die Sicherheit sieht das Unternehmen nicht gefährdet – der Chef der Kernkraft GmbH von EnBW, Jörg Michels, nennt das Schiff sogar „praktisch unsinkbar“. Hingegen bezeichnet die Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND, Brigitte Dahlbende, den Transport auf dem Neckar als „riskanteste Variante“.

Worum ging es vor dem Verwaltungsgericht in Berlin?

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) hatte dem Energieversorger EnBW Mitte Mai die Beförderung der Brennelemente per Schiff genehmigt. Dagegen hatte sich die Gemeinde Neckarwestheim per Eilantrag gewehrt. „Wir haben damit Akteneinsicht erreicht und sind der Meinung, die Organisatoren müssten bei der Sicherheit nachbessern“, sagt Bürgermeister Jochen Winkler (parteilos). Die Verlierer können nun eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.