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23.06.2014

Gerlinde Kretschmann wird Bahntunnelpatin

Dornstadt (dpa/lsw) - Weiter entfernt von Stuttgart 21 könnte Gerlinde Kretschmann kaum Tunnelpatin sein: Am Montag soll die Ehefrau von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) den Albabstiegstunnel auf der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm taufen. Bei der Zeremonie in Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) werden zudem unter anderem der Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn, Volker Kefer, und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erwartet.

Gerlinde Kretschmann hatte die Patenschaft für den Fildertunnel zwischen der Stuttgarter Innenstadt und dem Flughafen noch mit der Begründung abgelehnt, sie sei bis heute nicht von dem Gesamtprojekt Stuttgart 21 überzeugt. Ein Sprecher des Staatsministeriums hatte erklärte, die Neubaustrecke habe - im Gegensatz zur Filderstrecke - nicht direkt etwas mit Stuttgart 21 zu tun. Dabei soll Stuttgarts Hauptbahnhof vom Kopf- zum unterirdischen Durchgangsbahnhof werden.

Das Amt der Tunnelpatin hat eine lange Tradition: Seit dem Mittelalter suchen Bergleute hochrangige Frauen als Schutzpatroninnen für ihre gefährliche Arbeit. Diese sind beim Tunnelanschlag dabei und geben den Röhren ihren Namen. Als irdische Stellvertreterinnen der heiligen Barbara, einer Märtyrerin aus dem 3. Jahrhundert, dürfen sie als einzige Frauen während des Vortriebs die Baustelle betreten.

Die rund 60 Kilometer lange Neubaustrecke ist Teil des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm. Auf der Albhochfläche verläuft sie oberirdisch. Von Dornstadt aus nimmt sie direkten Kurs auf den Ulmer Hauptbahnhof. Der Abstieg der Strecke um etwa 95 Höhenmeter erfolgt durch den fast sechs Kilometer langen Albabstiegstunnel. Züge sollen dort von maximal 250 auf bis zu 100 Kilometer pro Stunde herunterbremsen.