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30.04.2012

Geständnis: Taxifahrerin wegen 300 Euro in den Hals gestochen

Ulm. Wegen 300 Euro Schulden soll ein junges Paar eine Taxifahrerin in Göppingen überfallen und lebensgefährlich verletzt haben. Der heute 20 Jahre alte Angeklagte hat am Montag vor dem Landgericht Ulm gestanden, Ende 2011 bei dem Überfall mit einem Messer in den Hals der Frau eingestochen zu haben.

«Ich stach aus irgendeinem Grund zu, ich wollte ihr das Messer eigentlich nur vorhalten.» Zugleich sagte er, dass seine damalige Freundin, die ebenfalls angeklagt ist, mit dem Messerangriff nichts zu tun gehabt habe. Richter und Staatsanwaltschaft bezweifelten diese Aussage. Der Beschuldigte gab an, während der Tat unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden zu haben.

Der Anklage zufolge setzte sich das Duo am 4. Dezember 2011 in Göppingen ins Taxi und lotste die Fahrerin auf einen dunklen Parkplatz eines Supermarktes in Heiningen (Kreis Göppingen). Dort stieg die heute 17-Jährige sofort aus dem Taxi. Der 20-Jährige, hinter der Fahrerin sitzend, stieß das Messer gezielt in den Hals der Frau. Drei Zentimeter breit und fünf Zentimeter tief saß der Schnitt - Kehlkopf, Luftröhre und Schilddrüse wurden verletzt. Um an das Geld zu kommen, stieg der 20-Jährige aus, schlug und stach auf die Frau weiter ein. Zur Hilfe eilende Passanten ließen den Mann von ihr ab. Das Paar flüchtete. Die Taxifahrerin überlebte die Verletzungen.

Beim Prozessauftakt sagte der 20-Jährige, er bereue die Tat. 300 Euro Schulden bei seiner Mutter seien der Grund dafür gewesen. Ihm und der 17-Jährigen werden unter anderem versuchter Mord und schwerer Raub vorgeworfen. Die 17-Jährige kündigte ihrerseits eine Aussage an. Weitere drei Verhandlungstage sind angesetzt für den Fall, der für viel Aufsehen vor allem unter Taxifahrern gesorgt hatte. dpa