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Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat jede vierte Frau in Deutschland sexuelle oder körperliche Gewalt durch ihren (Ex-)Partner oder einen nahen Vertrauten erlebt.
Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat jede vierte Frau in Deutschland sexuelle oder körperliche Gewalt durch ihren (Ex-)Partner oder einen nahen Vertrauten erlebt. © dpa (Symbolbild)
23.07.2012

Gewalt gegen Frauen: Sozialministerium will Aktionsplan

Prügelnde Männer, gedemütigte Frauen - häusliche Gewalt gibt es auch im Südwesten. Grün-Rot will mit einem Aktionsplan dagegen vorgehen. Doch noch sind Frauenhäuser in der Klemme. Schutzsuchende Frauen werden mancherorts erstmal zur Kasse gebeten.

Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) will offensiv gegen häusliche Gewalt vorgehen. Bis Ende des Jahres strebt ihr Ministerium erstmals einen „Aktionsplan gegen Gewalt“ an. „Die Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein wichtiger Bereich meiner Politik“, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa.

Sie will sich vor allem dafür einsetzen, dass es für schutzsuchende Frauen ausreichend Hilfsangebote gibt. Die grün-rote-Landesregierung fordert, dass die Finanzierung der Frauen- und Kinderschutzhäuser bundesweit einheitlich und unbürokratisch geregelt wird.

Im Rahmen des Aktionsplanes soll zunächst mit den Verbänden die Situation vor Ort erfasst werden. Dann soll aufgezeigt werden, welche Infrastruktur und Abläufe zum Schutz von Frauen und Kindern nötig und welche Abläufe erforderlich sind, um diesen Schutz auch zu gewährleisten. «Am Ende soll eine Handreichung sowohl für Betroffene als auch für Behörden stehen», erläuterte ein Ministeriumssprecher.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit 40 Frauen- und Kinderschutzhäuser. Darin wurden im vergangenen Jahr 1746 Frauen und 1840 Kinder aufgenommen. Nach einer Studie des Bundesfamilienministeriums hat jede vierte Frau in Deutschland sexuelle oder körperliche Gewalt durch ihren (Ex-)Partner oder einen nahen Vertrauten erlebt.