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15-jährige Tochter vergewaltigt: Vater muss ins Gefängnis.
15-jährige Tochter vergewaltigt: Vater muss ins Gefängnis. © Symbolbild: dpa
10.12.2012

Gewalt in Gefängnissen nimmt zu

Stuttgart (dpa/lsw). Es ist ein beängstigender Trend: Die Gewalt unter Strafgefangenen nimmt immer weiter zu. Der Bund der Strafvollzugsbediensteten schlägt Alarm und dringt auf mehr Personal.

Die Gewalt unter Strafgefangenen und gegenüber Bediensteten nimmt immer weiter zu. «Die Gewaltbereitschaft in den Justizvollzugsanstalten in Baden-Württemberg wird zunehmend zu einem Problem», sagte der Landesvorsitzende des Bundes des Strafvollzugsbediensteten (BSBD), Alexander Schmid, der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Dies sei auch eine Folge der Verrohung der Gesellschaft insgesamt. «In den Gefängnissen spielt sich das nur noch extremer ab als draußen.» Die Bediensteten bekämen die Gewalt unter den Häftlingen aber nicht immer mit. «Das liegt daran, dass wir nicht genügend Personal präsent haben.»

Kritische Zeiten für Übergriffe von Insassen auf ihre Mithäftlinge oder das Personal seien die sogenannten ungelenkten Freizeiten in den Anstalten. «Dabei werden die Zellentüren geöffnet und die Gefangenen können sich in einem bestimmten Radius bewegen», erklärte Schmid. In diesem Bereich befänden sich aber keine Beamten. «Das wäre viel zu gefährlich. Sie können nicht zwei Bedienstete in eine Gruppe von 50 Gefangenen reinschicken.»

Am Ende einer solchen Freizeit im Gefängnis von Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) hat ein Häftling unlängst eine Justizbeamtin von hinten angegriffen, mit Schlägen und Tritten massiv attackiert und sie zu Boden geschlagen. Das Opfer erlitt Platzwunden und Prellungen. Der 20-Jährige verpasste seinem Opfer wuchtige Faustschläge und trat gegen den Kopf der Beamtin. Gegen den Gefangenen wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt.