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Spurensicherung am Tatort in Nürtingen im Juli 2017. Foto: Rosar/dpa-Archiv
Spurensicherung am Tatort in Nürtingen im Juli 2017. Foto: Rosar/dpa-Archiv
17.05.2018

Gezielte Kopfschüsse: Lebenslang nach tödlichem Familienstreit

Nürtingen. Im Prozess um einen Familienkonflikt mit zwei Toten hat das Stuttgarter Landgericht einen 53 Jahre alten Mann zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Angeklagte habe in Nürtingen seiner 45 Jahre alten Ehefrau und dem 40 Jahre alten Lebensgefährten seiner Tochter gezielt in den Kopf geschossen, sagte Richter Jörg Geiger am Donnerstag.

Der Angeklagte habe sich des zweifachen Mordes schuldig gemacht. Es seien zwei Familien in den Abgrund gestürzt worden. Hintergrund des Streits waren demnach Trennungsabsichten der Ehefrau.

Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Es stellte auch die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren rechtlich zwar möglich, in der Praxis aber so gut wie ausgeschlossen. Die Verteidigung hatte keinen konkreten Strafantrag gestellt.

Der Angeklagte war unmittelbar nach der Tat im Sommer vergangenen Jahres am Tatort festgenommen worden. Er hatte selbst die Polizei gerufen. Er habe heimtückisch gehandelt, sagte Richter Geiger. Das Ehepaar hatte fünf Kinder.