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14.10.2014

Größte Abtreibungsklinik im Südwesten steht vor dem Aus

Stuttgart. Die wohl größte Abtreibungsklinik im Land, die Klinik Stapf in Stuttgart, steht vor dem Aus. Der Mietvertrag mit der Stadt läuft zum Jahresende aus - und Inhaber Friedrich Stapf findet keine neuen Räume. Sollte die Klinik schließen, droht nach Aussage von Pro Familia eine „gravierende Versorgungslücke“ für die Region Stuttgart, wie die Leitende Ärztin Marion Janke am Dienstag sagte.

Nach Aussagen von Friedrich Stapf werden in der Klinik pro Jahr rund 2000 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Zum Vergleich: landesweit waren es 2013 rund 11.200.

Stapf sucht nach eigenen Angaben seit eineinhalb Jahren neue Räume. Doch es sei extrem schwer, geeignete Räume zu finden, beispielsweise mit einem zweiten Notausgang, sagte der 68-jährige Arzt.

Außerdem: „Das Thema will keiner im Haus haben.“ Vermieter würden schnell abwinken. Wer doch Interesse habe, scheue die hohen Umbaukosten. „Die Stadt sagt, sie hat keine Räume“, sagte Stapf. Pro Familia hat bereits das Gespräch mit der Verwaltung gesucht. „Wir sehen eine moralische Verpflichtung der Stadt“, sagte Janke. Kleinere Praxen könnten den Wegfall der Klinik Stapf nicht einfach ausgleichen.