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22.03.2015

Großeinsatz: 14 Menschen nach heftigem Erdrutsch evakuiert

Nach starkem Regen ist in Weingarten (Landkreis Ravensburg) ein aufgeweichter Hang auf etwa 15 Metern abgerutscht und hat ein Motorrad mitgerissen. Weil zunächst unklar war, ob das Erdreich unter zwei nahen Mehrfamilienhäusern ebenfalls absacken könnte, mussten 14 Bewohner die Nacht woanders verbringen.

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Zwei geparkte Wagen konnten am Samstagabend von den Einsatzkräften kurz vor dem Abrutschen gesichert werden - unter anderem mit einem Seil an einem Laster. Am Sonntag dann Entwarnung: «An den Häusern ist die ganze Nacht keine Bewegung festgestellt worden», sagte Feuerwehrkomandant Horst Romer der Deutschen Presse-Agentur.

Die Anwohner - vom Baby bis zum Rentner - konnten nach einer Nacht bei Freunden und Verwandten oder in einem Hotel wieder in ihre Wohnungen zurück. Für sie bestehe keine Gefahr mehr, sagte Polizeisprecher Jonas Dummel. Ob auch eine bettlägerige Person, die am Abend in ein Krankenhaus gebracht worden war, wieder nach Hause konnte, war zunächst unklar.

Die Einsatzkräfte vermuten, dass der stundenlange Regen am Samstag den Hang rund 2 Meter tief in eine angrenzende Baugrube abrutschen ließ - auf einer Breite von gut 3,5 und einer Länge von etwa 15 Metern. Die Baugrube sei erst vor wenigen Tagen für ein geplantes Mehrfamilienhaus ausgehoben worden, sagte Feuerwehrkomandant Romer. «Die Baugrube ist deutlich tiefer als der Keller unter den Häusern», erklärte er. «Wir befürchteten, dass der Grund unter den Häusern weg bricht.» Deshalb seien die Gebäude evakuiert worden.

Danach hätten Experten die ganze Nacht das Areal mit Messsonden überwacht. «Die Nachmessungen haben ergeben, dass ein Bereich der Erdgrube weiter in Bewegung ist», sagte Dummel. Er sprach von etwa zwei Millimetern pro Stunde. Dies sei aber nicht bedenklich, erklärte Romer. Daher seien die Bewohner in ihre Wohnungen zurückgekehrt. Der Hang sollte am Sonntag stichprobenartig weiter kontrolliert werden.

Die Schadenshöhe stand zunächst nicht fest. 64 Kräfte von Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz seien im Einsatz gewesen.