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Mit voller Kraft und jeder Menge an Material zogen die Feuerwehrleute das Pferd aus der Mistgrube. © Tibor Czemmel/Feuerwehr Bruchsal
06.07.2017

Großeinsatz für Feuerwehr: Einsatzkräfte retten Pferd aus Mistgrube

Helmsheim. So etwas erlebt selbst die Feuerwehr nicht alle Tage: Weil ein Pferd in Helmsheim bei Bruchsal in eine tiefe Mistgrube gestürzt war und sich weder allein noch mit Hilfe eines Tierarztes befreien konnte, rückte die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an und befreite die Stute aus ihrer misslichen Lage. Doch bis das Pferd wieder auf allen Vieren stand, kostete es nicht nur Zeit, einiges an Material, sondern auch jede Menge Schweiß und Kraft der Einsatzkräfte, die wirklich alles gaben, um der jungen Stute zu helfen.

Um 19.45 Uhr ging der Notruf bei der Feuerwehr ein, die mit den Abteilungen aus Helmsheim, Heidelsheim und Bruchsal mit dem Alarmstichwort „Tierrettung groß“ umgehend ausrückte. Eine 9-jährige Stute war in eine etwa zwei auf drei Meter große Mistgrube gestürzt und darin bis zum Hals versunken.

Bildergalerie: Feuerwehr rettet Pferd aus Mistgrube

Beim Eintreffen der Feuerwehr hatten die Besitzer und der Tierarzt bereits vergeblich versucht, dem Tier zu helfen, sich aus eigener Kraft zu befreien. Um dem Tier gefahrlos helfen zu können, ohne dass es sich selbst oder seine Helfer verletzt, wurde es vom Tierarzt mit einer Beruhigungsspritze sediert.

Der Mist in der Grube wurde vorsichtig um das Pferd herum aus der Grube geschaffen, damit die Feuerwehr sich einen Überblick schaffen konnte, in welcher Lage das Pferd in der Grube war. Es saß quasi schräg auf dem Hinterteil in der doch recht engen Mistgrube. Der untere Teil war mit Holzbalken abgetrennt, so das sich darunter die Jauche sammeln konnte. Dies behinderte allerdings die Einsatzkräfte sehr und machte die Arbeiten in der Grube zu einer äußerst rutschigen Angelegenheit, so dass die Feuerwehr mit Hilfe einer Chiemsee-Pumpe die Jauche abpumpte.

Erste Versuche, das Tier mit einem B-Schlauch als Schlinge hinter den Vorderbeinen mit einem Teleskop Radlader bei der Befreiung zu unterstützen, schlugen leider fehl. Das Pferd war schon zu geschwächt. Die Stute bekam während der Bergemaßnahmen vom Tierarzt ständig Infusionen, um ihren Kreislauf zu stabilisieren.

Für die weiteren Versuche forderte die Feuerwehr vorsorglich eine breite Schlinge zum Anheben des Tieres mit nur einem Radlader von einer Kranfirma aus Bad Schönborn und der Berufsfeuerwehr Mannheim an. Da das Tier allerdings schon eine ganze Weile in der misslichen Lage war, starteten die Einsatzkräfte einen Versuch mit einem zusätzlichen zweiten Radlader.

Um mit dem zweiten Teleskop Radlader vom benachbarten Grundstück aus das Tier im hinteren Bereich mit anzuheben, war allerdings ein Zaun im Weg. Den musste die Feuerwehr kurzerhand entfernen. Bedingt durch die Hubhöhe der Fahrzeuge und dem Höhenunterschied schnitt die Feuerwehr die Mauer der Mistgrube zum Nachbargrundstück mit einem Trennschleifer ein und zog den Radlader nach außen.

Nun war es möglich, das Tier mit beiden Radladern gegen 22.15 Uhr anzuheben und Richtung Nachbargrundstück zu transportieren. Das nachgeforderte Material aus Bad Schönborn und der Berufsfeuerwehr Mannheim konnte somit abbestellt werden.

Nach ersten Einschätzungen des Tierarztes hatte das Pferd keine größeren offensichtlichen Verletzungen. Allerdings war ie junge Stute sehr geschwächt und erholte sich erst einmal auf der Seite liegend. Durch intensive Behandlung und Animation durch die Besitzer war die Stute weitere 20 Minuten später wieder auf den Beinen. Sie wurde noch in der Nacht mit einem Transportanhänger in eine Tierklinik zur weiteren Behandlung und Untersuchung gebracht.

Nachdem das Pferd gerettet und die Feuerwehr nicht weiter benötigt wurde, konnte der Rückbau des Materials mit der groben Reinigung von Personal und eingesetztem Material beginnen. Bei den Rettungsmaßnahmen des Pferdes wurde ein Feuerwehrmann verletzt und vom hinzugerufenen Rettungsdienst versorgt. Zur weiteren Behandlung wurde er in eine Karlsruher Klinik gebracht.

Die Feuerwehr Bruchsal war unter der Leitung von Feuerwehrkommandant Bernd Molitor mit 40 Einsatzkräften bis 23.30 Uhr im Einsatz. Sie wurde mit zwei Radladern von der Firma Lichtner vom Staighof aus Heidelsheim unterstützt.