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Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am Samstag (30.10.2010) in Ubstadt-Weiher brennende Lagerhallen. Nach Angaben des Kreisfeuerwehrverbandes Karlsruhe waren seit dem Abend über 300 Feuerwehrleute im Einsatz. © dpa
30.10.2010

Großfeuer vernichtet Spedition - Feuerwehr Pforzheim muss im Landkreis Karlsruhe aushelfen

UBSTADT-WEIHER/PFORZHEIM. Millionenschaden in Ubstadt-Weiher: Ein Großfeuer hat in der Nacht zum Samstag zwei Lagerhallen und mehrere Lastwagen völlig zerstört. Mehreren hundert Feuerwehrleuten gelang es jedoch, eine weitere Lagerhalle, ein Verwaltungsgebäude sowie ein benachbartes Wohnhaus vor den Flammen zu schützen. Beim größten Brand im Landkreis Karlsruhe seit mehreren Jahren war auch die Feuerwehr Pforzheim im Einsatz.

Bildergalerie: Feuerwehr Pforzheim hilft bei Großbrand in Spedition im Landkreis Karlsruhe

Kurz vor 20 Uhr war der Brand auf dem Gelände der Spedition im Gewerbegebiet Ubstadt bemerkt worden. Als die ersten Kräfte der Feuerwehr eintrafen, standen zwei der Lagerhallen bereits in Flammen. Zudem hatte das Feuer bereits auf mehrere Sattelzüge und Auflieger übergegriffen. „Schon aus zehn Kilometern Entfernung konnte ich Explosionen hören, der ganze Himmel war vom Feuer rot“, so beschreibt Thomas Reiff, der Sprecher der Feuerwehren im Kreis Karlsruhe, gegenüber PZ-news das Szenario, dass sich ihm und vielen anderen Menschen in der Region bei Bruchsal bot. Die Bewohner eines nahe gelegenen Wohnhauses, an dem bereits die Rollläden schmolzen und Fensterscheiben platzten, konnten sich selbst in Sicherheit bringen.

Aufgrund der Ausdehnung des Feuers und der enormen Brandlast forderte Kommandant Mario Dutzi rasch Unterstützung an. Dutzi wurde erst vor wenigen Monaten zum ehrenamtlichen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Ubstadt-Weiher gewählt. Hauptberuflich ist er bei der Berufsfeuerwehr Pforzheim tätig.

Die Feuerwehrleute mussten zunächst wieder zurückgezogen werden, da zu Beginn der Löscharbeiten Gasflaschen explodierten und die Reifen der brennenden Lastwagen explosionsartig zerknallten. Mit massiven Riegelstellungen konnten die Einsatzkräfte jedoch eine dritte, nur wenige Meter entfernte Lagerhalle und das Verwaltungsgebäude der Spedition schützen. Zudem wurde ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus und weitere Lastwagen verhindert.

Nachdem von einem Baggersee aus mehrere Leitungen zur Löschwasserversorgung zur Einsatzstelle verlegt waren, forcierte die Feuerwehr die Löscharbeiten. Dabei kamen neben mehreren Wasserwerfern die Wenderohre von zwei Drehleitern zum Einsatz. Es gelang so, die Flammen einzudämmen und den Brand unter Kontrolle zu bringen. Jedoch herrschten unter den Trümmern der beiden zusammengestürzten Hallen enorme Temperaturen. Mit dem Gelenkmast der Werkfeuerwehr der Daimler AG Gaggenau konnte gezielt gegen diese vorgegangen werden.

Gegen 2 Uhr konnten die ersten der über 300 Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren und Werkfeuerwehren aus dem gesamten Landkreis sowie der Berufsfeuerwehren Karlsruhe, Mannheim und Pforzheim aus dem Einsatz herausgelöst werden. Während der Löscharbeiten führten Experten Messungen in den umliegenden Gemeinden durch. Es konnten jedoch trotz der enormen Rauchentwicklung keine gefährlichen Konzentrationen von Schadstoffen festgestellt. Trotzdem wurden die Anwohner vorsorglich mit Lautsprecher- und Radiodurchsagen aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Zeitweise waren unter Leitung von Kommandant Mario Dutzi, der vom Bezirksbrandmeister Jürgen Link, Kreisbrandmeister Thomas Hauck, dem Feuerwehrführungsstab "West" und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung unterstützt wurde, bis zu 400 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, DRK und THW vor Ort. Alleine über 60 Helfer des DRK standen unter Führung des Leitenden Notarztes Dr. Richard Spörri bereit, um die übrigen Einsatzkräfte abzusichern und zu versorgen.

Die Nachlöscharbeiten dürften sich voraussichtlich noch längere Zeit hinziehen. Die Brandursache ist derzeit noch unbekannt, jedoch hat die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen aufgenommen. Der Sachschaden geht in die Millionen.

Menschen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Die Bewohner des Nachbarhauses kamen bei Verwandten und in einem Gasthof unter. jtm