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Pforzheim verzeichnete 2020 ein Einwohnerplus.  Foto: Meyer 

Großstädte in Baden-Württemberg verlieren Einwohner – außer Pforzheim

Stuttgart/Pforzheim. Sieben der neun Großstädte im Südwesten haben im vergangenen Jahr Einwohner verloren. In Stuttgart ging die Bevölkerungszahl um rund 5600 Menschen zurück, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte. Auch Karlsruhe, Heidelberg, Mannheim, Freiburg, Heilbronn und Ulm verzeichneten weniger Einwohner als im Vorjahr.

Die Statistiker führen die Entwicklung darauf zurück, dass Wohnungen in den Zentren zunehmend knapper und damit teurer werden.

In Pforzheim dagegen – als einzigem baden-württembergischen Stadtkreis überhaupt – wuchs die Bevölkerung 2020. Wenn auch nur zweistellig. Dabei gehen die Zahlenangaben auseinander: Während die städtische Statistikstelle ein Plus von 16 ausweist, zählt das Statistische Landesamt 59 Einwohner mehr. Zum 31. Dezember 2020 betrug die Einwohnerzahl Pforzheims nach Melderegister damit 127.559 Personen.

In 33 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten stieg die Einwohnerzahl jedoch. Am höchsten war der Zuwachs in den Kreisen Heilbronn und Karlsruhe sowie im Ortenaukreis mit jeweils mehr als 1500 Menschen.

Insgesamt nahm die Bevölkerungszahl in Baden-Württemberg um etwa 2600 auf rund 11,1 Millionen Menschen zu. Das ist den Statistikern zufolge ein Höchststand. Allerdings sei das Plus das geringste seit 2009 gewesen.

Das lag zum einen daran, dass die Zahl der Geburten 2020 auf rund 108.000 zurückging (2019: 109.000). Zeitgleich stieg die Zahl der Sterbefälle, wohl auch wegen der Corona-Pandemie, um etwa 4400 auf 116.000. Das Geburtendefizit im Land hat sich damit innerhalb eines Jahres auf knapp 8000 mehr als verdreifacht.

Auch in Pforzheim sank die Zahl der Geburten laut städtischer Statistikstelle im vergangenen Jahr auf 1440 Neugeborene (2019: 1493), während 152 Menschen mehr starben als 2019 (2020: 1550 Personen), was vermutlich auf die Pandemie zurückzuführen ist. 2020 verzeichnete die Goldstadt auch wieder mehr Zuzüge (8587) als Wegzüge (8465) – also plus 122 Menschen.