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Die Proteste gegen den Bahnhofsbau Stuttgart 21 gehen weiter.
Die Proteste gegen den Bahnhofsbau Stuttgart 21 gehen weiter. © dpa
06.06.2011

Grube zu Stuttgart 21-Krisengespräch - Neue Blockade

STUTTGART. Während sich der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG Rüdiger Grube am Montagmorgen mit Vertretern der Landesregierung zu Verhandlungen im Staatsministerium traf, gingen die Proteste gegen den Bahnhofsbau Stuttgart 21 weiter. Rund 70 Demonstranten blockierten den Zugang zu einem Baustellenabschnitt, an dem trotz Baustopps weitergearbeitet wird.

Bahnchef Rüdiger Grube hat am Montagmorgen der grün-roten Regierung sein Kompromissangebot für einen längeren Bau- und Vergabestopp bei Stuttgart 21 vorgestellt. Grube traf sich mit Staatsministerin Silke Krebs, Verkehrsminister Winfried Hermann (beide Grüne) und Finanz-Staatssekretär Ingo Rust (SPD) im Stuttgarter Staatsministerium, wie die Nachrichtenagentur dpa erfuhr.

Der Vorschlag Grubes, den Baustopp unter bestimmten Bedingungen um sechs Wochen zu verlängern, war zunächst auf Skepsis gestoßen. Es sei zwar erfreulich, dass es ein Angebot gebe. «Aber auf der Grundlage eines schnellen, mündlichen Angebots können wir nicht Ja oder Nein sagen», sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der dpa.

Deshalb habe man sich mit der Bahn darauf verständigt, dass der Lenkungskreis von Stuttgart 21 an diesem Montag nicht zusammenkommt. Es fehlten noch weitere Unterlagen und Kostenrechnungen.

Noch am Wochenende hatte Grube der Regierung ein Ultimatum gestellt: Die Bauarbeiten würden wieder beginnen, es sei denn, der Lenkungskreis komme zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über seinen Vorschlag zu beraten.

Verkehrsminister Hermann warf der Bahn im Deutschlandfunk vor, mit zweierlei Maß zu messen. Die Bahn habe für den ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) vor der Landtagswahl die Bauarbeiten unterbrochen - «und das war kostenlos». Nun unter Grün-Rot koste ein Baustopp für einen Monat plötzlich 50 Millionen Euro und bis zu einem Volksentscheid sogar 410 Millionen Euro. «Das ist nicht sehr nachvollziehbar», meinte der Grünen-Politiker.

Während im Staatsministerium verhandelt wurde, blockierten rund 70 Gegner des Bahnprojekts Stuttgart 21 den Zugang zu einem Baustellenabschnitt. Trotz des vereinbarten Baustopps für den Tiefbahnhof werde weiter am Grundwassermanagement gearbeitet, kritisierte der Sprecher der «Parkschützer», Matthias von Herrmann. Er wandte sich zugleich gegen den neuen Vorschlag von Bahnchef Rüdiger Grube, den Bau- und Vergabestopp für Stuttgart 21 bis zum 15. Juli zu verlängern: Dies sei ein «fauler Kompromiss». dpa

 

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