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10.03.2015

Grün-Rot will syrischen Flüchtlinge Studium finanzieren

Baden-Württemberg legt ein Stipendienprogramm für syrische Flüchtlinge auf. Die grün-rote Landesregierung stellt für 2015 und 2016 jeweils 1,65 Millionen Euro zur Verfügung, um bis zu 50 Flüchtlingen ein Studium zu ermöglichen. «Wir möchten damit Bildungschancen eröffnen und Flüchtlingen zu einer erfolgreichen Integration verhelfen», sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart.

Das Land will das Programm in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Mitte März im Internet ausschreiben. Die ersten syrischen Studenten könnten möglicherweise zum Wintersemester ihr Studium aufnehmen, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

Nach ihren Worten gibt es in Baden-Württemberg rund 11 000 syrische Flüchtlinge. «Knapp 5000 sind im Alter 18 bis 34. Wir gehen von etwa 25 Prozent aus, die einen akademischen Hintergrund haben», sagte sie. So viele hätten entweder eine Hochschulzugangsberechtigung oder ein Studium begonnen oder abgeschlossen. «Das ist eine enorme Zahl, ein großes Potenzial.»

In Syrien sei die Hälfte aller Syrer auf der Flucht. Eine ganze Generation künftiger Fach- und Führungskräften drohe verloren zu gehen. Das Land will mit dem Geld auch Sprachkurse, Unterstützungen im Lebensunterhalt, Betreuungsangebote und den Auswahlprozess finanzieren - und zwar unabhängig davon, ob die jungen Syrer in ihre Heimat zurückkehren oder hierbleiben wollen.

Angesichts der insgesamt steigender Flüchtlingszahlen will Grün-Rot auch das Engagement von Ehrenamtlichen stärker unterstützen: Dafür stehen für das laufende Jahr im geplanten Nachtragsetat rund zwei Millionen Euro bereit, wie Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) erläuterte. Unter anderem sollen damit Fortbildungsmaßnahmen für Ehrenamtliche vorangetrieben werden. Die Staatsrätin für Bürgerbeteiligung, Gisela Erler (Grüne) will zudem einen Leitfaden für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit auflegen.

Baden-Württemberg rechnet im laufenden Jahr mit mindestens 33 000 Menschen, die das erste Mal einen Antrag auf Asyl stellen. Das wären dann rund 7000 Menschen mehr als im Vorjahr.