nach oben
18.02.2015

Grüne dreschen auf CDU und «Märchenerzähler» Wolf ein

Biberach (dpa/lsw) - Rund 13 Monate vor der Landtagswahl haben die Südwest-Grünen schweres Geschütz gegen die CDU und deren Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, Guido Wolf, aufgefahren. Beim traditionellen Aschermittwoch in Biberach stellten sie Wolf als wankelmütigen und inkompetenten Politiker dar. Wolf verkörpere die CDU der 1980er Jahre und sei für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) keine ernste Konkurrenz.

Kretschmann selbst verzichtete auf ein Fernduell mit seinem Herausforderer, warf der CDU aber Versagen als Opposition vor. Sie motze nur rum und übe keine konstruktive Sachkritik. Die CDU laviere hin und her. Grün-Rot regiere hingegen mit klarem Rückgrat, sagte der Ministerpräsident. Er verteidigte die Strategie von Grün-Rot, Bürger stärker in politische Entscheidungen einzubeziehen und dazu auch die Hürden für Bürgerentscheide in Kommunen zu senken.

Der Politikstil der Vorgängerregierung unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) habe Grün-Rot 2011 zur Macht verholfen. Die CDU habe geglaubt, alles zu wissen und alles richtig zu machen. «Dann macht man halt die ersten Fehler. Sonst würden wir jetzt nicht regieren.»

Deftiger fiel die Rede des Ministers für den Ländlichen Raum, Alexander Bonde, aus. Er bezeichnete CDU-Spitzenmann Wolf als «Heimatdichter aus Tuttlingen». Aber: «Was nutzt der schönste Reim, wenn der Dichter nichts zu sagen hat.» Wolf habe seit seiner Nominierung als CDU-Spitzenkandidat eine Pannenbilanz hintergelegt, meinte Bonde. Zunächst habe er Peter Hauk versprochen, CDU-Fraktionschef bleiben zu können - und ihn dann abgesägt. Dann habe Wolf sich nicht dafür eingesetzt, dass eine Frau Landtagspräsidentin wird.

Zudem sei der CDU-Spitzenkandidat wankelmütig bei der Frage, ob er doch noch den CDU-Landesvorsitz von Thomas Strobl übernehmen wolle, sagte Bonde. Die CDU insgesamt habe zu jeder Sachfrage zwei Meinungen, «die aktuelle und die vor fünf Minuten».

Auch Grünen-Landeschefin Thekla Walker meinte: «Bei dem Wolf weiß man nie so genau, woran man ist.» Wolf habe als «Märchenerzähler» viele Gruselgeschichten aufgetischt. So sei es falsch, das CSU-regierte Bayern als Vorbild beim Ausbau des schnellen Internets hinzustellen. Der Freistaat nehme deshalb viel Geld in die Hand, weil er noch hoffnungslos beim Ausbau des schnellen Netzes hinterherhinke.