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Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD).
Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) © dpa
14.01.2015

Grüne und SPD wollen Flüchtlinge schneller in Arbeit bringen

Grüne und SPD wollen Flüchtlinge im Südwesten künftig schneller in Arbeit bringen und so auch Unternehmen auf der Suche nach Fachkräften unterstützen.

«Berufliche Qualifikationen und Fähigkeiten, schulische Biografien und Sprachkompetenzen bei neu ankommenden Flüchtlingen sollen künftig bereits während des Aufenthalts in der jeweiligen Landeserstaufnahmeeinrichtung erfasst werden», sagte Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) am Mittwoch.

Ein entsprechendes Konzept stellte sie demnach auf der Klausurtagung der SPD-Fraktion in Heidenheim vor. Die Informationen sollen künftig etwa Arbeitsagenturen, Kammern oder Behörden zur Verfügung stehen. Zudem soll Unterricht angeboten werden, durch den Flüchtlinge das Sprachniveau A1 - also Deutsch-Grundkenntnisse - erreichen können. Wer die bereits habe, könne an einem weiterführenden Kurs teilnehmen.

Auch die Grünen im Landtag wollen den Asylsuchenden mit Sprachunterricht einen schnellen Berufseinstieg ermöglichen. Die Koordination soll nach ihrem am Mittwoch beschlossenen Konzept ein Träger wie der Verband der Volkshochschulen übernehmen. Die Kosten soll das Land übernehmen - nach ersten Berechnungen fünf Millionen Euro pro Haushaltsjahr.

Im Handwerk kamen die Pläne gut an: «Wir brauchen diese Fachkräfte», sagte Stefan Baron, Abteilungsleiter für Bildungspolitik beim Baden-Württembergischen Handwerkstag. Speziell bei Auszubildenden sei die Sprache der wichtigste Schlüssel, da auch der Unterricht in der Berufsschule auf Deutsch stattfinde. Ein Problem sei aber das Bleiberecht der Flüchtlinge. «Wenn sie nach der Ausbildung wieder abgeschoben werden, ist niemandem geholfen.»