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Seit Jahren umstritten: das Atomkraftwerk Fessenheim.  Foto: dpa
Seit Jahren umstritten: das Atomkraftwerk Fessenheim. Foto: dpa
08.12.2015

Gutachter hält AKW Fessenheim für Sicherheitsrisiko

Mit Blick auf ein neues Gutachten über Sicherheitsmängel fordern die Grünen das sofortige Abschalten des französischen Atomkraftwerks Fessenheim. Der direkt an der deutsch-französischen Grenze südlich von Freiburg stehende Reaktor erfülle nicht die internationalen Vorgaben, sagte der Atomexperte Manfred Mertins am Dienstag in Freiburg. Der Reaktor sei unzureichend gegen Erdbeben oder andere Zwischenfälle geschützt und lasse sich auch nicht entsprechend nachrüsten.

Die Bundestags- und die baden-württembergische Landtagsfraktion der Grünen hatten Mertins’ Gutachten in Auftrag gegeben. Fessenheim ist seit 1977 am Netz. Es ist das älteste Atomkraftwerk in Frankreich und seit Jahrzehnten umstritten.

„In der Anlage Fessenheim bestehen bei den sicherheitstechnischen Einrichtungen zur Wärmeabfuhr sowie der Notstromversorgung diesbezüglich Defizite in unterschiedlichen Graden. Diese Defizite sind größtenteils der Sicherheitsebene drei zuzuordnen. Eine ausreichend zuverlässige Störfallsicherheit ist somit – nach deutscher Rechtsauffassung – nicht gegeben“, heißt es in dem Gutachten. „Fessenheim ist so schlecht, wenn es auf der anderen Seite der Grenze stünde, müsste es sofort stillgelegt werden“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, Bärbl Mielich und Wolfgang Raufelder.

Man könne Kernkraftwerke nicht miteinander vergleichen, sagte eine Sprecherin der Atomaufsicht ASN in Paris. „Das können wir nicht innerhalb Frankreichs und schon gar nicht über Ländergrenzen hinweg.“ Die in der Studie erwähnten Sicherheitsmängel werden seit Jahren von Umweltschützern beider Rheinseiten beanstandet. Die französische Regierung will Fessenheim nach 2016 abschalten.