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Im Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. hat der erste Sachverständige ausgesagt. Der Angeklagte habe über Monate hinweg und in größeren Mengen Cannabis konsumiert, sagte der Rechtsmediziner am Donnerstag vor dem Landgericht. Dies belegten Haarproben.
Im Freiburger Mordprozess gegen den Flüchtling Hussein K. hat der erste Sachverständige ausgesagt. Der Angeklagte habe über Monate hinweg und in größeren Mengen Cannabis konsumiert, sagte der Rechtsmediziner am Donnerstag vor dem Landgericht. Dies belegten Haarproben. © dpa
26.10.2017

Gutachter im Mordprozess: Hussein K. hat Drogen konsumiert

Freiburg/Enzkreis. Im Freiburger Prozess um den Mord an einer aus dem Enzkreis stammenden Studentin hat der erste Sachverständige ausgesagt. Der angeklagte Flüchtling Hussein K. habe über Monate hinweg und in größeren Mengen Cannabis konsumiert. Und: Der Mordprozess vor dem Landgericht Freiburg dauert voraussichtlich länger als geplant.

Der für den 8. Dezember vorgesehene Termin für ein Urteil werde vermutlich nicht zu halten sein, sagte die Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk am Donnerstag beim neunten Verhandlungstag des seit Anfang September laufenden Prozesses.

Grund seien weitere Beweisanträge, die zeitintensive Vernehmung von Zeugen sowie komplizierte Rechtshilfeersuchen an Griechenland. Mit einem Urteil sei daher später zu rechnen. Anfang November werde das Gericht entscheiden, ob und wie der Zeitplan konkret geändert werde.

Hussein K. werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober vergangenen Jahres eine 19 Jahre alte und einstmals im Enzkreis wohnhafte Studentin vergewaltigt und getötet zu haben. Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau im Jahr 2013 war er in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, im Oktober 2015 aber vorzeitig gegen Auflagen entlassen worden. Danach war er untergetaucht und im November 2015 nach Deutschland gekommen. 

Auch die Tat in Griechenland soll in dem Freiburger Prozess thematisiert werden, sagte die Richterin. Hierzu sei geplant, Polizisten aus Griechenland als Zeugen zu laden sowie möglicherweise das damalige Opfer. Hierzu dienten Rechtshilfeersuchen. Diese würden jedoch voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Am Donnerstag sagte in dem Prozess der erste von insgesamt zehn Sachverständigen aus. Der Angeklagte habe über Monate hinweg und in größeren Mengen Cannabis konsumiert, sagte der Rechtsmediziner. Das belegten Haarproben. Auch Kokain sei in geringen Menschen festgestellt worden. Belastbare Beweise für übermäßigen, regelmäßigen Alkoholkonsum gebe es dagegen nicht. Vereinzelte Alkoholexzesse könne er aber nicht ausschließen.

Hussein K. hatte angegeben, zur Tatzeit betrunken und bekifft gewesen zu sein. Die mögliche Berauschung ist für die Frage von Bedeutung, ob Hussein K. vermindert schuldfähig ist. Das wirkt sich in der Regel strafmildernd aus.

Es geht in dem Prozess zudem um die Frage, wie alt der vor der Jugendkammer stehende Mann tatsächlich ist. Dies wird auch Auswirkungen auf die Höhe der Strafe haben. Er selbst hatte angegeben, aus Afghanistan zu kommen und 17 Jahre alt zu sein. Zum Prozessauftakt gab er aber zu, beim Alter gelogen zu haben und älter zu sein. Ein konkretes Alter nannte er nicht.

Die Staatsanwaltschaft hält Hussein K. für mindestens 22 Jahre alt, sagte Oberstaatsanwalt Eckart Berger. Zwei Gutachten sollen das im Laufe des Prozesses untermauern. Sie sollen dem bisherigen Plan zufolge im November erörtert werden.

Hussein K. hatte als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling in Freiburg bei einer Pflegefamilie gelebt. Eine behördliche Genehmigung, ihn in dem Wohnhaus aufzunehmen und zu betreuen, hatten die Pflegefamilie sowie die vom Jugendamt beauftragte private Jugendhilfeeinrichtung nicht, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald. Zuvor hatte die «Badische Zeitung» (Donnerstag) berichtet. Die nötige Genehmigung sei erst nach der Festnahme des jungen Mannes gestellt worden. Das vom Jugendamt zu viel gezahlte Geld für die Betreuung habe die Organisation inzwischen zurückgezahlt, der Fall sei daher erledigt.

Juristisch spiele dieser Aspekt keine Rolle, erklärte Oberstaatsanwalt Berger. Hussein K. sei nachweisbar kein Jugendlicher mehr, ihm seien daher Betreuung sowie Sozialleistungen in dieser Form gar nicht zugestanden. Es handele sich um Betrug. Entsprechende Ermittlungsverfahren gegen das Jugendamt sowie Hussein K. seien aber eingestellt worden und würden nicht neu aufgenommen.

Der Pflichtverteidiger des Angeklagten, Sebastian Glathe, forderte dagegen, die unrechtmäßige Betreuung von Hussein K. erneut vor Gericht zu thematisieren.

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Isis
26.10.2017
Gutachter im Mordprozess: Hussein K. hat Drogen konsumiert

Verstehe nicht, warum die nicht endlich diese Handwurzelknochen oder dingens_Untersuchung machen. DAS MUSS doch gehen. Der Typ ist minimum 25! Was ein Affenzirkus. mehr...

BadnerBube
27.10.2017
Gutachter im Mordprozess: Hussein K. hat Drogen konsumiert

Ändert es was an der Tat dass der Kerl Drogen genommen hat? Ist das Opfer dadurch weniger tot? Für mich sollte das kein Grund für eine Strafmilderung sein, immerhin hat er das Zeug ja selber und freiwillig eingenommen. Wenn ein Autofahrer besoffen einen Unfall macht dann erhöht das eher die Strafe. mehr...

Eiermann
27.10.2017
Gutachter im Mordprozess: Hussein K. hat Drogen konsumiert

Wenn er nach Jugendstrafrecht verurteilt wird und dann auch noch die Drogen hinzukommen (was ja hierzulande erheblich strafmildernd gewertet wird), dann wäre es schon eine extrem hohe Strafe, wenn "Hussein" am Ende zwei Jahre im Knast verbringen müsste. Stellen wir uns eher auf weniger ein. mehr...

foodo
27.10.2017
Gutachter im Mordprozess: Hussein K. hat Drogen konsumiert

Ich glaube nicht, dass Jugendstrafrecht in Frage kommt, das gilt meines Wissens nur bis maximal 20 Jahren, wohingegen im Artikel steht: ... mehr...