stefan mappus enbw
Rückenwind für Stefan Mappus im EnBW-Aktiendeal? Ein zweites Gutachten wirft dem ersten Gutachter einen Rechenfehler vor. Der soll den Wert der Firma um eine Milliarde Euro zu niedrig eingeschätzt haben. 

Gutachterschlacht über Preis für Rückkauf von EnBW-Aktien

Die Gutachterschlacht zum Preis beim Rückkauf der EnBW-Aktien durch das Land Baden-Württemberg geht weiter. Der Stuttgarter Staatsanwaltschaft liegt nun eine Expertise vor, die offensichtlich den damaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) und dessen Berater Dirk Notheis entlasten soll.

Stefan Mappus Hausdurchsuchung Enbw Aff?re 5.jpg
Bildergalerie

Razzia bei Stefan Mappus: Ermittler suchen Material

EnBW-Aktiendeal: Zwei Gutachten, zwei komplett andere Einschätzungen - kann Stefan Mappus jetzt befreit aufatmen?
11%
57%
11%
21%

Notheis' Anwalt habe die Ausführungen des Wirtschaftswissenschaftlers Henner Schierenbeck aus Basel am Montag gefaxt, bestätigte ein Behördensprecher am Donnerstag Angaben der «Stuttgarter Nachrichten»

Das Gutachten stellt die Berechnung des von der Staatsanwaltschaft beauftragten Experten, Wolfgang Ballwieser, infrage. Ballwieser war zu dem Schluss gekommen, das Land habe zu viel für die EnBW-Aktien gezahlt. Notheis Verteidiger Wolf Schiller teilte am Donnerstag mit, wegen eines «simplen Rechenfehlers» habe Ballwieser aber den Unternehmenswert um etwa eine Milliarde Euro zu niedrig angesetzt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Mappus wegen Untreue zulasten des Landes beim EnBW-Deal vom Dezember 2010. Mappus hatte stets betont, ausschließlich im Interesse Baden-Württembergs gehandelt zu haben, als das Land unter seiner Federführung die EnBW-Aktien von der französischen EdF zurückkaufte. Die grün-rote Regierungskoalition sieht ihre Zweifel an der Angemessenheit des Kaufpreises durch das Ballwieser-Gutachten untermauert.

1480D2001217AA90.jpg
Bildergalerie

Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus vor dem Untersuchungsausschuss

Die Obleute von Grünen und SPD im EnBW-Untersuchungsausschuss des Landtags, Uli Sckerl und Sascha Binder, bezeichneten die Expertise von Schierenbeck als «Parteigutachten». Die Vorwürfe gegen Ballwieser müssten aber geprüft werden, sagte Sckerl. Ballwieser sei am 31. Januar als Sachverständiger im Untersuchungsausschuss geladen.