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Schüler arbeiten an einer Aufgabe.
Schüler arbeiten an einer Aufgabe. © dpa
16.05.2013

Gymnasiallehrer wollen gleiche Standards für Mindestgrößen

Stuttgart. Die Gymnasiallehrer fordern bei den neuen Mindestgrößen für den Erhalt von Schulen gleiche Maßstäbe. Es könne nicht angehen, dass Werkreal- und Realschulen mit mindestens 40 Schülern in den Eingangsklassen überleben könnten, Gymnasien aber 60 Schüler dafür bräuchten, monierte der Landeschef des Philologenverbandes, Bernd Saur, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Warum reichen 50 Kinder eines Jahrgangs nicht für ein Gymnasium, aber bereits 40 für eine Realschule?»

In der Regierungserklärung von Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hatte es geheißen, dass die Richtgröße von 60 «insbesondere auch» bei der Genehmigung und Neueinrichtung von Gymnasien gelte. Damit sei nicht ausgeschlossen, dass es auch bereits bestehenden kleinen Gymnasien an den Kragen gehen könne, schlussfolgerte Saur.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes erfüllen 46 von 378 öffentlichen Gymnasien das Kriterium «60 Schüler in den Eingangsklassen» nicht. Das sind gut 12 Prozent.

Kleine Gymnasien gebe es besonders auf dem Land, erläuterte der Verbandschef. Werde den Schülern dort die Möglichkeit genommen, auf einem Gymnasium das Abitur anzustreben, stehe ihnen nur noch die Gemeinschaftsschule zur Wahl, die auch den gymnasialen Standard umfassen soll.

Deshalb vermutet Saur, dass Grün-Rot den Gemeinschaftsschulen «durch die Hintertür» Schüler mit Gymnasialempfehlung zuführen möchte. Denn diese seien wenig an den Gemeinschaftsschulen interessiert. So wisse er, dass an den drei Gemeinschaftsschulen seiner Heimatstadt Ulm kein einziges Kind mit Gymnasialempfehlung die Schulbank drücke. Der neue Grenzwert für die Gymnasien sei eine «weitere gezielte Benachteiligung» des Gymnasiums, resümierte der Englischlehrer an einem Gymnasium.