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Der Angeklagte wird beschuldigt, an der Entführung eines UN-Mitarbeiters im Jahr 2013 in Syrien maßgeblich beteiligt gewesen zu sein.
Der Angeklagte wird beschuldigt, an der Entführung eines UN-Mitarbeiters im Jahr 2013 in Syrien maßgeblich beteiligt gewesen zu sein. © Simon Sachseder/dpa
23.01.2019

Härtere Strafe nach Entführung von UN-Mitarbeiter?

Stuttgart. Im neu aufgerollten Prozess um Kriegsverbrechen eines Flüchtlings in Syrien wird am Mittwoch (10.00 Uhr) das Urteil erwartet. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart muss das Strafmaß für die Entführung und Geiselnahme eines UN-Mitarbeiters neu bewerten.

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte das ursprüngliche Urteil teilweise aufgehoben. Demnach könnte dem 27-Jährigen eine höhere Haftstrafe drohen: Der Angeklagte müsse als Täter und nicht nur als Helfer verurteilt werden, so der BGH.

Im Herbst 2017 war der Angeklagte vom OLG wegen Beihilfe zu erpresserischem Menschenraub, schwerer Freiheitsberaubung sowie Kriegsverbrechen gegen humanitäre Operationen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Bundesanwaltschaft hatte damals sieben Jahre gefordert und Revision eingelegt. Der Mann war der erste Flüchtling gewesen, der in Deutschland wegen eines Kriegsverbrechens in Syrien verurteilt wurde.

2013 hatten Mitglieder einer dem Terrornetzwerk Al Kaida nahen Gruppe den kanadischen UN-Mitarbeiter verschleppt, um sieben Millionen US-Dollar Lösegeld zu erpressen. Acht Monate lang hielten sie ihn gefangen - bis er entkommen konnte.