Echter (oben) und gefälschter 50-Euro-Schein. Die Deutsche Bundesbank präsentiert die Falschgeldzahlen für 2017. Foto: M
Zur Verdeutlichung: Echter (oben) und gefälschter 50-Euro-Schein.  Foto: dpa/Matthias Balk 

Haftbefehl gegen vier französische Geldfälscher erlassen: Wurden auch in Pforzheim und im Enzkreis falsche 100-Euro-Noten verteilt?

Karlsruhe/Viernheim. Beamte des Betrugsdezernats der Karlsruher Kriminalpolizei haben vergangenen

Samstagnachmittag im südhessischen Viernheim vier Personen im Alter von 19 bis 22 Jahren wegen des Verdachts der bandenmäßigen Geldfälschung vorläufig festgenommen. Sie wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt, der gegen alle vier Tatverdächtige Haftbefehl erließ und in Vollzug setzte. Das teilten die Polizei Karlsruhe und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Freitagmorgen in einem Bericht an die Presse mit. 

Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ermittelt demnach bereits seit Oktober dieses Jahres gegen eine aus Frankreich stammende Tätergruppierung wegen des Vorwurfs der Geldfälschung. Wie Polizeisprecher Ralf Minet gegenüber der "Pforzheimer Zeitung" bestätigt, seien die Verdächtigen alle französischer Staatsangehörigkeit. "Sie stammen aber nicht aus dem Grenzgebiet", so Minet. 

Täter versuchen zunächst zu flüchten

Die vier Festgenommenen stehen im dringenden Tatverdacht, als Mitglieder dieser Tätergruppierung in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz falsche 100-Euro-Noten in Umlauf gebracht zu haben. In Baden-Württemberg zählen laut Minet Karlsruhe, Leonberg oder auch Ludwigsburg zu den betroffenen Städte - nicht aber Pforzheim. Auch im Enzkreis sei kein Falschgeld der Verdächtigen in Umlauf gebracht worden.

Am Samstag gegen 15.55 Uhr schließlich wurden die Tatverdächtigen in Viernheim festgestellt und einer Kontrolle unterzogen. Nachdem die Tatverdächtigen erfolglos versucht hatten, mit ihrem Fahrzeug zu flüchten, konnten sie widerstandslos festgenommen werden. Anlässlich der Festnahme stellten die Ermittler neben zahlreichen gefälschten 100-Euro-Scheinen auch rund 2.500 Euro echtes Bargeld sowie diverse Gegenstände sicher, die mutmaßlich aus mit Falschgeld getätigten Einkäufen herrühren.

Warnung bereits Mitte Oktober herausgegeben

Bereits Mitte Oktober berichtete die Polizei von einer Häufung der Verbreitung von falschen 100-Euroscheinen - insbesondere im Stadtgebiet von Karlsruhe. Damals erklärten die Beamten, dass die falschen Banknoten hauptsächlich am Ausgabejahr 2002 erkennen zu seien. Außerdem war der Silberfaden bei den gefälschten Scheinen nur angedeutet und nicht gedruckt.

Die Kriminalpolizei gab damals folgende Tipps: Der betreffende Schein sollte nach Möglichkeit einbehalten und die Polizei sofort über den Notruf "110" verständigt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, die Note bis zum Eintreffen der Polizei nicht mehr anzufassen.

Falls es die Umstände zulassen, soll der Ausgeber der Banknote möglichst überzeugt werden, bis zum Eintreffen der Polizei vor Ort zu bleiben. Entfernt sich die Person dennoch, kann eine detaillierte Personenbeschreibung oder gar eine Fotoaufnahme - gegebenenfalls per Handy - bei den weiteren Ermittlungen nach Verdächtigen helfen. Sollten Videoaufnahmen im Rahmen einer Geschäftsüberwachung vorliegen, wird um deren Sicherung gebeten.

Sollte die Falschnote erst bei der Zählung von Tageseinnahmen festgestellt werden, wäre auf eine rasche Zustellung an die nächste Polizeidienststelle wichtig.

Immer wieder Betrugsfälle solcher Art

Ein Fall über den die Polizei im August 2018 berichtete, erinnert stark an die aktuellen Vorwürfe gegen die vier Verdächtigen. Damals stand ein 34-jähriger Rumäne im dringenden Tatverdacht zwischen März und Juli 2018 im Stadtgebiet von Karlsruhe und in Waldbronn insgesamt 23 falsche 100-Euro-Noten in Umlauf gebracht zu haben. Der Tatverdächtige wurde damals dem zuständigen Haftrichter beim Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt, der einen Haftbefehl gegen den 34-Jährigen erließ. 

Umfangreiche Ermittlungen gegen den Falschgeldhandel in illegalen Marktplätzen des Darknets führten etwa auch im Dezmeber 2018 zu einer großangelegten internationalen Durchsuchungsaktion. Unter der Koordination von Europol fanden in der Zeit von 3. bis 6. Dezember 2018 in 13 Staaten etwa 300 Durchsuchungen statt. Auch in Baden-Württemberg wurden am 5. Dezember 2018 17 Wohnungen von 16 Beschuldigten durchsucht darunter auch ein Objekt in Pforzheim. 

Das Ergebnis: Die Durchsuchungen unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaften Mannheim und Stuttgart - Zentralstelle Cybercrime - führten damals zum Auffinden von zahlreichen Falschgeldnoten, eine Vielzahl an elektronischen Speichermedien sowie geringen Mengen an Betäubungsmitteln.