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Rund 3000 Reifen brennen - eine Halle wird zerstört. Der Schaden ist hoch. Experten müsssen nun den Hintergründen auf die Spur kommen.
Rund 3000 Reifen brennen - eine Halle wird zerstört. Der Schaden ist hoch. Experten müsssen nun den Hintergründen auf die Spur kommen. © dpa
Feuerwehr und Polizei waren am Donnerstagabend beim Brand eines Reifenhandels im Einsatz.
Feuerwehr und Polizei waren am Donnerstagabend beim Brand eines Reifenhandels im Einsatz. © Privat
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27.10.2016

Halle brennt neben KSC-Fanprojekt ab - Keine Hinweise auf Anschlag

Karlsruhe. Nach dem Brand eines in der Pennsylvaniastraße gelegenen Firmengebäudes mit hohem Sachschaden geht die Kriminalpolizei davon aus, dass das Feuer durch fahrlässige oder gar vorsätzliche Brandstiftung entstanden sein dürfte. Ein technischer Defekt als mögliche Ursache sei inzwischen weitestgehend auszuschließen. Für einen vorwiegend in sozialen Netzwerken verbreiteten Zusammenhang mit dem benachbarten Fanprojekt des KSC liegen keinerlei Hinweise vor.

Wie die bisherigen Feststellungen ergeben haben, fand das Feuer außerhalb des Gebäudes im Bereich von dort gelagerten Altreifen und abgestellten Mülltonnen seinen Ursprung und griff in der Folge auf die im Innern gelagerten Radsätze, die Service-Werkstatt und ein Fotostudio über. Noch Freitagnachmittag waren Kriminaltechniker gemeinsam mit Brandsachverständigen des Landeskriminalamtes am Brandort, um weitere Befunde zu erheben. Mit einem vorläufigen Ergebnis wird erfahrungsgemäß erst in einigen Tagen zu rechnen sein.

Zur Klärung, wie es genau zu dem Brand kommen konnte, bitten die Ermittler um Zeugenmeldungen. Interessant ist dabei insbesondere der Zeitraum einer halben Stunde vor der Brandentdeckung, also vor 20.20 Uhr. Wer um diese Zeit im Bereich des in der Pennsylvaniastraße /New-York-Straße und unweit der Erzberger Straße gelegenen Firmenareals verdächtige Personen festgestellt oder sonst auffällige Wahrnehmungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst unter Telefon (0721) 939-5555 zu melden.

In einer Lagerhalle hatten etwa 3000 Reifen Feuer gefangen. Verletzt wurde bei dem Brand niemand, es entstand jedoch ein Schaden von rund 800.000 Euro. Da die Halle direkt neben dem Fanprojekt des Karlsruher SC liegt, wurde ein Brandanschlag nicht ausgeschlossen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, bestätigte am Freitagmorgen die Pressestelle der Polizei gegenüber PZ-news. Auch auf der Pressekonferenz vor dem Derby äußerte sich ein Polizeisprecher noch einmal zum Thema: Es gebe keinerlei Hinweise auf einen Anschlag auf das KSC-Fanprojekt. Es sei ja noch nicht einmal die Brandursache eindeutig geklärt.

Am Sonntag findet in Karlsruhe das hochbrisante Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart statt. Die Fanlager beider Vereine sind tief zerstritten. Spekulationen über Brandstiftung weist jedoch KSC-Fanprojektleiter Volker Körenzig strikt zurück. „Ich gehe überhaupt nicht davon aus, dass es sich hierbei um einen gezielten Brandanschlag handelt“, sagte er PZ-news.de. So hätte es in letzter Zeit auch keine Drohungen aus der VfB-Fanszene in Richtung Karlsruher Fanprojekt gegeben. „Mein Kollege hat gegen 20.15 Uhr das KSC-Gebäude abgeschlossen. Dabei ist ihm im Umfeld der Lagerhalle nichts aufgefallen, was auf Brandstiftung hinweisen könnte.“ Wichtig sei es nun, Ruhe zu bewahren und im Hinblick auf das Spiel am Sonntag die Stimmung nicht noch mehr anzuheizen.

Laut einem Medienbericht waren einige KSC-Fans vor Ort und verfolgten das Feuer aus nächster Nähe. Diese wollten sich jedoch nicht dazu äußern. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen.

Eine Zeugin hatte den Brand entdeckt und den Notruf gewählt. Mehr als 140 Retter von Feuerwehren aus Karlsruhe und Umgebung waren zu dem Einsatz am Donnerstagabend ausgerückt. In der Halle zerstörte das Feuer eine Werkstatt, ein Fotostudio und die eingelagerten Reifen einer Service-Firma. Auch das Gebäude mit etwa 40 Metern Länge konnten die Feuerwehrleute nicht retten. Die Halle drohte einzustürzen. Messergebnisse bestätigten den Angaben nach, dass zu keiner Zeit eine Gefahr für Anwohner bestand.