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Rötelmäuse wie diese verbreiten die Hantaviren, auf ihrem Speisezettel stehen Bucheckern ganz oben, die es im 2016 reichlich gab. Foto: Grel/DPA-Archiv
Rötelmäuse wie diese verbreiten die Hantaviren, auf ihrem Speisezettel stehen Bucheckern ganz oben, die es im 2016 reichlich gab. Foto: Grel/DPA-Archiv
Elektronenmikroskopische Aufnahme des Robert-Koch-Instituts von Hantaviren. Fogto: Gelderblom/RKI
Elektronenmikroskopische Aufnahme des Robert-Koch-Instituts von Hantaviren. Fogto: Gelderblom/RKI
18.06.2017

Hantavirus ist besonders im Südwesten aktiv

Infektionen mit dem Hantavirus nehmen im Südwesten rasant zu. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium gestern in Stuttgart mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 22 Fälle. Damit zeichne sich ab, dass 2017 ein „Hantajahr“ werde, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne).

Das Hantavirus wird demnach von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen und verursacht bei Menschen eine grippeähnliche Krankheit. Auch Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis zum -versagen können folgen. Baden-Württemberg gehört den Anhaben zufolge zu den Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland.

Grund für die vielen Fälle ist laut Ministerium ein starkes Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr. Sie sind die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus, deren Population durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Damit breitet sich demnach auch das Virus aus. Gebiete mit hohem Buchenwaldanteil sind daher am stärksten betroffen. Die höchsten Neuerkrankungsraten werden demnach in den Räumen Reutlingen, Böblingen, Göppingen, Tübingen und Heidenheim beobachtet. Erkrankte waren zuletzt im Alter von vier bis 85 Jahren. Bei mehr als der Hälfte war ein Klinikaufenthalt nötig. Um einer Infektion vorzubeugen, empfiehlt das Ministerium, Tätigkeiten zu vermeiden, bei denen Menschen mit erregerhaltigem Staub in Berührung kommen könnten. Dazu zählen etwa das Umschichten von Holzstapeln sowie die Reinigung und das Aufräumen von Dachböden, Kellern, Garagen und Schuppen.