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07.09.2012

Hantavirus-Erkrankungen im Südwesten ebben ab

Die Hantavirus-Epidemie in einigen Regionen Baden-Württembergs flaut langsam ab. Zum Höhepunkt der Epidemie im April und Mai seien es 134 Neuerkrankungen pro Woche gewesen, jetzt nur noch 20, teilte das Regierungspräsidium Stuttgart am Freitag mit.

Seit Anfang 2012 wurden dem Landesgesundheitsamt mehr als 1640 Fälle der Virus-Erkrankungen gemeldet. Das waren mehr als in jedem Jahr zuvor. Baden-Württemberg sei dieses Jahr mit mehr als 60 Prozent aller Fälle das am stärksten betroffene Bundesland. Symptome einer Hantavirus-Erkrankung sind plötzliches hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bauchschmerzen.

Eine mögliche Ursache für die starke Ausbreitung des Hantavirus im Südwesten sind nach Einschätzung der Experten der trockene Sommer des vergangenen Jahres und der darauffolgende hohe Fruchtertrag vieler Buchen und Eichen. «Die Überträger des Virus, die Rötelmäuse, hatten daher besonders viel Nahrung und konnten sich stark vermehren.» Eine Hantavirus-Erkrankung beginnt meist ähnlich wie eine Grippe. In schlimmen Fällen kann es zu Nierenversagen kommen. 63 Prozent der infizierten Baden-Württemberger hatten Nierenprobleme.

Rötelmäuse scheiden die Viren über Kot und Urin aus. Menschen infizieren sich meist dadurch, dass sie verunreinigten Staub einatmen - etwa bei Holzarbeiten im Wald und Garten sowie beim Reinigen von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen.

In mehr als sieben von zehn Fällen waren den Angaben nach Männer betroffen. Zudem erkrankten vor allem Erwachsene von 20 bis 59 Jahren mit einem Schwerpunkt bei den 40- bis 49-Jährigen. In 65 Prozent der Fälle mussten die Erkrankten ins Krankenhaus.

Die Erkrankungszahlen zeigen große regionale Unterschiede. Die meisten Erkrankungen treten entlang der Schwäbischen Alb auf. Teile Oberschwabens, das Rheintal und der Südschwarzwald waren seltener oder kaum betroffen. dpa