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Der Religionslehrer Clemens Hoffmann unterrichtet am 13.11.2012 im Friedrich-Schiller Gymnasium in Marbach (Baden-Württemberg) eine 5. Klasse eines G8 Zuges. Foto: dpa
Der Religionslehrer Clemens Hoffmann unterrichtet am 13.11.2012 im Friedrich-Schiller Gymnasium in Marbach (Baden-Württemberg) eine 5. Klasse eines G8 Zuges. Foto: dpa
11.09.2014

Hauk will an G8 festhalten und fürchtet um Zukunft der Realschule

Unmittelbar vor der traditionellen Pressekonferenz von SPD-Kultusminister Stoch zu Beginn des neuen Schuljahres schlägt die CDU Alarm. Doch nicht alles in der Bildungspolitik hält sie für schlecht.

Stuttgart (dpa/lsw) - Eine vollständige Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium wird es nach den Worten von Fraktionschef Peter Hauk auch mit der CDU nicht geben. Die Fraktion diskutiere zwei Möglichkeiten: «Entweder, wir bleiben beim G8. Oder es wird G9 angeboten - aber sicher nicht ab Klasse fünf», sagte Hauk der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. Derweil sieht die Fraktion ihre Befürchtungen zur Zukunft der Realschule von der grün-roten Landesregierung bestätigt.

In der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage schreibt das Kultusministerium, dass in einem gemeinsamen Bildungsplan für die allgemeinbildenden weiterführenden Schularten - mit Ausnahme der Gymnasien - «unterschiedliche Anforderungen in differenzierten Niveaustufen» definiert werden sollen. «Damit ist die Abschaffung der Realschulen inhaltlich beschlossen», meinte Hauk.

Das Ministerium bekräftigt in der Antwort auf die Anfrage des CDU-Abgeordneten Karl Traub, dass Grün-Rot für die weiterführenden allgemeinbildenden Schulen ein Zwei-Säulen-System anstrebt. Dieses besteht einerseits aus dem Gymnasium und andererseits aus einem «integrativen Bildungsweg», der sich aus den Schularten entwickeln soll, die auf die Grundschule aufbauen. Ein gemeinsamer Bildungsplan werde angestrebt, um die Durchlässigkeit zwischen den Schularten zu gewährleisten und den Schülern einen reibungsloseren Wechsel zwischen den Schularten zu ermöglichen. Kultusminister Andreas Stoch (SPD) hält heute (11.00 Uhr) eine Pressekonferenz zum neuen Schuljahr.

Beim Gymnasium ist aus Sicht Hauks eine Flexibilisierung in der Oberstufe denkbar oder eine Unterscheidung zwischen dem acht- und neunjährigen Abitur zum Ende der Mittelstufe. «Es gibt auf alle Fälle in den ersten Jahren einen gemeinsamen Unterricht», sagte er. Insgesamt habe sich G8 bewährt. «Es gibt kein Indiz dafür, dass das Abitur mit G8 schlechter wäre.»

Baden-Württemberg hatte das achtjährige Abitur (G8) noch unter der CDU-geführten Vorgängerregierung eingeführt. Allerdings wird das G8 mittlerweile auch in der CDU hinterfragt. So hatte sich CDU-Landeschef Thomas Strobl dafür ausgesprochen, dass Schüler zwischen dem acht- und neunjährigen Gymnasium im Südwesten frei wählen können sollten. Die CDU-Fraktion will sich nach Hauks Worten bis zum Winter positionieren. In Baden-Württemberg gibt es derzeit 44 Modellschulen, die G9 anbieten. Die grün-rote Landesregierung hatte vereinbart, bis zum Ende der Legislatur am achtjährigen Gymnasium festzuhalten, ab 2016 aber möglicherweise Korrekturen anzubringen.