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Auf dem alten Bahngelände in Heilbronn soll im Jahr 2019 die Bundesgartenschau stattfinden.
Auf dem alten Bahngelände in Heilbronn soll im Jahr 2019 die Bundesgartenschau stattfinden. © dpa
15.12.2012

Heilbronner OB sagt Ja zur Bundesgartenschau

Heilbronn. Heilbronn soll blühen: Die Neckarstadt will auf den Wachstumsmotor Bundesgartenschau nicht verzichten. Doch weil ein neuer Stadtteil entstehen soll, wird es ein finanzieller Kraftakt.

Heilbronn wird aller Voraussicht nach 2019 die Bundesgartenschau ausrichten. Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach (parteilos) sagte nach einem Bericht der «Heilbronner Stimme» (Samstag) mit Blick auf die entscheidende Gemeinderatssitzung an diesem Montag: «Wir können guten Gewissens einen Beschluss fassen.» Zuletzt hatte der parteilose OB noch finanzielle Bedenken geäußert.

Die Kosten für die Buga selbst werden auf 44 Millionen Euro taxiert. Den größeren Batzen machen aber die Investitionen in den Städtebau aus: 153 Millionen Euro. Die finanziell gesunde Stadt am Neckar muss danach selbst 87 Millionen für die Entwicklung eines neuen Stadtteils lockermachen. Ihr Anteil an der Gartenschau beträgt noch einmal zehn Millionen Euro.

Der Gemeinderat der Käthchenstadt soll an diesem Montag eine endgültige Entscheidung treffen. Seit Wochen laufen Beratungen darüber, wie die bisher auf 256 Millionen Euro geschätzten Investitionskosten gesenkt werden können. Die Stadt hat bis Ende Dezember die Möglichkeit, die Ausrichtung der Buga 2019 zurückzugeben.

Der parteilose Himmelsbach hatte vorgeschlagen, die Kosten um mehr als 100 Millionen Euro auf 153 Millionen Euro zusammenzustreichen. Nun scheint es auf einen finanziellen Kompromiss hinauszulaufen. Die größten Fraktionen CDU und SPD hatten sich aber schon vorher grundsätzlich für die Buga ausgesprochen.

Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas erklärte laut «Heilbronner Stimme», man hoffe auf 2,2 Millionen Besucher und 28,5 Millionen Euro Eintrittsgelder. Über Sponsoren, Mieten und Pachten will die GmbH weitere sechs Millionen Euro reinholen.

Zuletzt hatte das Land die Diskussion um die Finanzierung der Buga angeheizt, indem es einen Zuschuss von 40 Millionen Euro in Aussicht stellte. Himmelsbach zeigte sich über die Zusage der Fraktionen von Grünen und SPD enttäuscht und erklärte, nun müssten die Pläne «ernsthaft auf den Prüfstand gestellt werden».

Die Buga galt lange als Motor für die Entwicklung der Stadt. Geplant ist der Bau eines ganz neuen Viertels am Neckar. Der neue Stadtteil ist das Herzstück des bisherigen Konzepts. Es sollen 750 Wohnungen für 1600 Einwohner entstehen.