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02.07.2012

Hindernisse auf Straße gelegt: Anklage wegen Mordversuchs

Vier junge Männer aus dem Landkreis Karlsruhe, die willkürlich Hindernisse auf Straßen gelegt haben sollen, werden jetzt wegen mehrfachen versuchten Mordes angeklagt. Außerdem müssen sie sich wegen mehrfacher Brandstiftung verantworten, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mit. Die vier Verdächtigen im Alter zwischen 22 und 29 Jahren waren nach umfangreichen Ermittlungen im März gefasst worden und hatten die Taten gestanden. Zu ihren Motiven ist bislang nichts bekannt. Mit dem Prozessauftakt wird in den kommenden Wochen gerechnet.

Laut Anklage haben die Männer insgesamt 19 mal Hindernisse auf Straßen im nördlichen Teil des Landkreises Karlsruhe und im südlichen Rhein-Neckar-Kreis gestellt. Darunter waren Fernsehgeräte, Betonbrocken, ein 30 Kilogramm schwerer Gullydeckel und ein dunkel lackiertes Brett mit 29 herausstehenden Holzschrauben. Ein anderes Mal hatte die Bande in einer Kurve Altöl ausgeschüttet und im Winter Eisplatten erzeugt. Fast alle Hindernisse führten zu Unfällen, bei denen nach Auskunft der Ermittler «wie durch ein Wunder niemand verletzt wurde».

Der Gruppe werden außerdem zehn Brandstiftungen zur Last gelegt. Die Männer sollen unter anderem einen Bagger und einen Linienbus sowie mehrere Autos und 120 Strohballen angezündet haben. Der Schaden summiert sich nach Schätzungen auf mehr als 100 000 Euro.