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Ein mehr als 100 Jahre altes Hotel in Titisee-Neustadt ist in der Nacht zum Mittwoch abgebrannt. Der Schaden könne in die Millionen gehen, sagte ein Polizeisprecher. © DPA
28.12.2011

Historisches Hotel brennt ab: Fünf Verletzte

Titisee-Neustadt. Ein Brand hat in der Nacht zum Mittwoch ein historisches Hotel in Titisee-Neustadt (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) schwer beschädigt. Vier männliche Angestellte und ein Feuerwehrmann wurden bei der Rettungsaktion verletzt. Der Schaden dürfte sich auf mehrere Millionen Euro belaufen, teilte die Polizei mit.

Alle 74 Gäste sowie die Angestellten konnten ins Freie flüchten; einige wurden von der Feuerwehr über Drehleitern gerettet.

Unter den Verletzten ist auch der 47-jährige Juniorchef, der mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus kam. Dort wurden auch ein Feuerwehrmann mit einer Kopfverletzung sowie ein Angestellter mit einer Verletzung am Bein behandelt. Die zwei weiteren Angestellten erlitten Rauchgasvergiftungen und konnten ambulant betreut werden.

Experten suchen jetzt nach der Brandursache. Denkbar ist ein technischer Defekt an einem Fernsehgerät. Ein Zeuge berichtete der «Badischen Zeitung», dass ein Hotelgast um 22.00 Uhr am Dienstagabend ein entsprechendes Probleme gemeldet habe. Als das Personal kam, habe das Zimmer bereits in Flammen gestanden. Die Polizei wollte diesen Ablauf nicht kommentieren. «Wir warten die Untersuchungsergebnisse ab», sagte ein Sprecher. Der historische Holzbau brannte aus und ist nicht mehr bewohnbar.

Die rund 200 Rettungskräfte brachten zuerst die Gäste in Sicherheit, bevor sie mit den Löscharbeiten begannen. «Wir mussten die Leute in Windeseile nach draußen bringen», berichtete ein Polizeisprecher. Das Feuer breitete sich in dem Holzgebäude rasch aus. Erst am Morgen gelang es der Feuerwehr, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen, immer wieder zeigten sich neue Brandnester.

Die Gäste wurden vorübergehend in benachbarten Hotels untergebracht. Die Touristinformation kümmert sich um Gäste, die trotz des dramatischen Erlebnisses ihren Urlaub fortsetzen wollen. Bei anderen Touristen verzögert sich die Heimreise, weil sie wichtige Unterlagen und Autoschlüssel in den Zimmern zurücklassen mussten und jetzt Ersatz brauchen.

Das Hotel «Bären» mit 45 Zimmern stammt aus dem Jahr 1888 und zählt zu den einprägsamsten Gebäuden des Ortes. «Es war eine sehr dominante Erscheinung gegenüber dem Bahnhof», sagte Hochschwarzwald-Tourismus-Sprecherin Claudia Hercher. Im Laufe seiner über 100-jährigen Geschichte hatte es bereits zweimal in dem Hotel gebrannt. 1901 fielen das Ökonomiegebäude und ein Nebengebäude den Flammen zum Opfer; 1961 konnte ein Feuer gerade noch rechtzeitig gelöscht werden, bevor das Gebäude großen Schaden nahm.

Das Haus sollte laut Internetseite vom 9. Januar bis 2. Februar 2012 für Umbauarbeiten geschlossen werden. «Die Hoteliers Sauter waren immer interessiert daran, ihr Haus in Schuss zu halten», sagte Hercher. Es sei tragisch, dass nun ausgerechnet der alte Holzbau zerstört worden sei.