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Eine Schaulustige steht in Heidelberg an den Spundwänden, die in der Altstadt zum Schutz gegen das Hochwasser aufgebaut wurden. In den Abendstunden war in der Unistadt ein Pärchen in den Neckar gestürzt. Zwei Polizisten mussten die Frau aus den Fluten retten. © dpa
15.01.2011

Hochwasser: Menschen kämpfen gegen Ertrinken

Die Serie der Hochwasserunfälle mit Todesfolge reißt auch an diesem Wochenende nicht ab. In Kassel ist in der Nacht zum Samstag ein Raser auf der Flucht vor der Polizei in die Fulda gesprungen und nicht mehr aufgetaucht. Ein Pärchen stürzte in Heidelberg in den Neckar, wobei zwei gerade dort die Szene beobachtende Beamte der Wasserschutzpolizei sofort ohne Rettungswesten ins Wasser sprangen, um die Frau aus den Hochwasserfluten zu retten. Am vergangenen Wochenende starb ein 50-jähriger Kajakfahrer aus Niefern-Öschelbronn auf der schnell fließenden Enz mitten in der Pforzheimer Innenstadt.

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Nach ihrem Sturz in die reißenden Neckarfluten am Freitagabend ist eine 35-jährige Frau außer Lebensgefahr. Das teilte die Polizei am Samstag mit. Die Frau und ein 44-jähriger Mann waren aus bislang ungeklärter Ursache in Heidelberg in den Neckar gestürzt. Der Mann konnte sich selbst an Land retten, während die Frau hilflos in den Hochwasserfluten trieb. Zwei Beamte der Wasserschutzpolizei, deren Dienstgebäude sich in unmittelbarer Nähe befindet, sprangen sofort und ohne Rettungswesten ins Wasser und zogen die 35-Jährige 30 Meter weiter aus dem Neckar.

Sie wurde wiederbelebt und in eine Klinik gebracht, der Mann erlitt eine leichte Unterkühlung. Bislang konnte er nach Polizeiangaben noch nicht zu dem Vorfall befragt werden.

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Ein herrenloses Fahrrad auf dem Bregdamm in Bräunlingen (Schwarzwald-Baar-Kreis) lässt die Polizei das Schlimmste vermuten. Ein Spaziergänger hatte der Polizei am Freitagabend gemeldet, dass er ein mit Einkaufstüten bepacktes Herrenfahrrad auf dem Bregdamm gefunden habe. Von dem Besitzer war jedoch weit und breit nichts zu sehen. Das Fahrrad habe allerdings so gelegen, dass man von einem Sturz des Radlers in die Hochwasser führende Breg ausgehen müsse, teilte die Polizei am Samstag mit.

Die sofort eingeleitete Suchaktion wurde am späten Abend erfolglos abgebrochen. Die Ermittlungen der Polizei hatten ergeben, dass es sich um einen etwa 35 Jahre alten Mann handelt. Er konnte mit Hilfe der Kassenbelege durch eine Kassiererin des Supermarktes identifiziert werden. Die Suche sollte am Samstag mit speziell ausgebildeten Hunden fortgesetzt werden.

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Auf der Flucht vor der Polizei ist in der Nacht zum Samstag bei Kassel ein Mann in die Fulda gesprungen. Da der Fluss wegen des Hochwassers eine extrem starke Strömung hat, dürfte der Unbekannte nach Einschätzung der Polizei den Sprung kaum überlebt haben - bis zum Morgen fehlte von ihm jede Spur.

«Die Chance, schwimmend das andere Ufer zu erreichen, ist gleich Null», sagte ein Sprecher am Samstag. Der Mann war mit seinem Auto mit fast 140 Kilometern pro Stunde vor einer Streife geflüchtet und dabei in einem Straßengraben.

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Am vergangenen Wochenende kam es zu einem Unfall auf der Enz mitten in Pforzheim. Aus noch nicht genau geklärter Ursache ertrank dort ein 50-jähriger Kajakfahrer aus Niefern-Öschelbronn. Zeugen hatten beobachtet, wie der mit Schutzhelm und Neoprenanzug ausgestattete Mann versuchte, in der viel Wasser führenden und sehr schnell fließenden Enz zu seinem Kajak zu schwimmen. Trotz rasch eingeleiteter Wiederbelebungsversuche starb er noch am Unfallort.

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Im gleichen Zeitraum wurde bei Waiblingen ein Mann vermisst, von dem die Polizei ausgeht, dass er in der Hochwasser führenden Rems ertrunken sein könnte. Bei dem Mann handelt es sich möglicherweise um einen 46 Jahre alten Mann aus dem Obdachlosenmilieu.