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Millionenschäden für die Landwirte nach dem Hochwasser Im Vergleich zu den von Hochwasser und Überflutungen am schwersten betroffenen Bundesländern Bayern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt fällt die Schadensbilanz in Baden-Württemberg aber weitaus weniger dramatisch aus.
Hochwasser © dpa (Symbolbild)
15.06.2013

Hochwasser: Millionenschäden für Landwirte in Baden-Württemberg

Stuttgart (dpa/lsw) - Starkregen und Überschwemmungen in den vergangenen Wochen haben in der baden-württembergischen Landwirtschaft Schäden von mehr als zehn Millionen Euro verursacht. Das teilte das Agrarministerium am Samstag in Stuttgart mit. Grundlage der Zahl ist eine flächendeckende Schadenserhebung durch die Landwirtschaftsämter in den Landkreisen. Im Vergleich zu den von Hochwasser und Überflutungen am schwersten betroffenen Bundesländern Bayern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt falle die Schadensbilanz in Baden-Württemberg aber weitaus weniger dramatisch aus, hieß es in der Mitteilung.

Dennoch habe es in mehreren Landkreisen auch größere Überschwemmungen landwirtschaftlicher Flächen gegeben. Diese Gebiete konzentrierten sich auf den Ortenaukreis und die Landkreise Rastatt und Ravensburg. «Insgesamt beläuft sich die überschwemmte landwirtschaftliche Nutzfläche auf über 19 000 Hektar, davon rund 8600 Hektar Ackerfläche, rund 10 100 Hektar Grünland und rund 600 Hektar Gartenbau- und Dauerkulturfläche. Hinzu kommen weitere 80 000 Hektar, die von Starkregen betroffen sind», sagte eine Ministeriumssprecherin.

Die Landwirte seien in der Regel nicht gegen Starkregen und Überschwemmungen versichert. Da sie den finanziellen Schaden in vielen Fällen nicht alleine tragen könnten, habe das Land verschiedene Hilfen in die Wege geleitet. So wurden die Finanzämter angewiesen, Steuererleichterungen für die von Überschwemmungen betroffenen Landwirte auszuschöpfen. Dazu zählen etwa eine erleichterte zinslose Stundung von bereits fälligen Steuerforderungen und die Anpassung der Steuervorauszahlungen.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet für die geschädigten Betriebe seit Ende vergangener Woche Förderdarlehen zu besonders zinsgünstigen Konditionen an. Je nach Laufzeit und Kredittyp liegt der effektive Zinssatz der Darlehen in der günstigsten Preisklasse zwischen 1 Prozent und 2,47 Prozent.