nach oben
Einmal mehr vor Gericht standen mutmaßliche Mitglieder der Hells Angels (Symbolbild). Dieses Mal gab es für Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung mehrjährige Haftstrafen.
Einmal mehr vor Gericht standen mutmaßliche Mitglieder der Hells Angels (Symbolbild). Dieses Mal gab es für Geiselnahme und gefährliche Körperverletzung mehrjährige Haftstrafen. © Symbolbild: dpa
14.02.2012

Hohe Haftstrafen für vermutliche Hells Angels

Heidelberg. Im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der Rockerbande Hells Angels hat das Landgericht Heidelberg vier Männer wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung zu teils mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Hauptangeklagte und seine Helfer einen Mann entführt hatten, um an die Beute aus einem Einbruch im Wert von 500.000 Euro heranzukommen.

Den Hauptangeklagten verurteilte das Gericht am Montag zu sechs Jahren Haft. Die anderen erhielten Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren auf Bewährung und vier Jahren (Az.3 Kls 250 Js 1802/11 Jug).

Die Männer hatten dem Gericht zufolge ihrem Opfer - einem Bekannten des mutmaßlichen Einbrechers - im Januar 2011 an einer Bushaltestelle in Heidelberg aufgelauert. Sie zerrten den Mann in ein Auto, bedrohten ihn und brachten ihn nach Schwetzingen. Dort hielten sie ihn zwei Tage gefangen. Sie setzten den Mann solange unter Druck, bis er ein Treffen mit dem mutmaßlichen Einbrecher arrangierte. Bei dem Treffen konnte das Entführungsopfer fliehen.

Die Beschuldigten sollen Mitglieder der Hells Angels sein oder deren Umfeld angehören. Einem fünften Angeklagten konnte eine Tatbeteiligung nicht nachgewiesen werden. Das Verfahren gegen einen weiteren Angeklagten wurde abgetrennt.

In Pforzheim besteht weiterhin das Verbot des hiesigen vereins der Hells Angels. Nach zwei Razzien wurde dem Verein ein offizielles Ende bereitet, nachdem es zu handfesten Auseinandersetzungen mit der Vereinigung der United Tribuns und zu Beinahe-Zusammenstößen mit der Rockergruppe Gremium MC kam. Die United Tribuns sollen inzwischen ebenso aufgelöst sein wie die Türsteherclique der Black Jackets. dpa