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Horrorunfälle vermeiden durch Verkehrslimits?
Horrorunfälle vermeiden durch Verkehrslimits? © Symbolbild: dpa
30.10.2012

Horror-Unfälle vermeiden durch Verkehrslimits?

Baden-Baden/Rottweil. In der Nacht zum Montag ist eine Familie mit zwei Kindern bei einem Unfall auf der A5 bei Baden-Baden ums Leben gekommen. Vieles spricht dafür, dass die Familie nach einem Auffahrunfall auf der mittleren Fahrspur ausgestiegen ist und dann von einem heranrasenden Auto erfasst wurde. Das Ganze erinnert an den schweren Verkehrsunfall auf der A 81 bei Rottweil, bei dem im April 2010 ein 26-jähriger Mann von einem heranrasenden Mercedes-Testfahrer überfahren und getötet wurde.

Umfrage

Können Tempolimits Raser abschrecken und somit schlimme Unfälle verhindert werden?

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Nein 56%
Weiß nicht 2%
Stimmen gesamt 749

Zwei Sätze in der Straßenverkehrsordnung manifestieren die Regeln eindeutig: In Paragraph drei der Straßenverkehrsordnung (STVO) heißt es: "Der Fahrzeugführer darf nur so schnell fahren, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht." Weil viele diese Regeln nicht beachten wird in Diskussionen immer wieder der Ruf nach Geschwindigkeitsbeschränkungen laut. Doch können diese wirklich Horror-Unfälle verhindern? Schrecken Geschwindigkeitsbeschränkungen Raser ab?

Hätte damit möglicherweise der Unfall, bei dem am Montag eine vierköpfige Familie ums Leben kam, verhindert werden können? Für den 47 Jahre alten Vater, seine ein Jahr jüngere Ehefrau und die Zwillinge im Alter von acht Jahren war jede Hilfe zu spät gekommen, so ein Polizeisprecher in Rastatt. Der genaue Unfall-Ablauf wird derzeit von Gutachtern rekonstruiert. Das Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet.

Nach ersten Erkenntnissen waren drei Autos in den Unfall verwickelt. Zunächst fuhr vermutlich der Wagen der späteren Opfer auf ein Auto auf. Die Erwachsenen und die Kinder seien daraufhin offenbar ausgestiegen, sagte ein Polizeisprecher. Das dritte Auto erfasste die vier Menschen und deren Fahrzeug. Die Opfer wurden auf die Straße geschleudert, eines sogar auf die andere Seite der Autobahn.

Das Auto der Getöteten wurde «durch die Wucht des Aufpralls in zwei Teile gerissen», sagte der Polizeisprecher. Die Rückbank mit Kofferraum wurde abgetrennt und extrem zusammengedrückt. Auch vom Fahrer- und Beifahrersitz blieben nur Fragmente übrig. Bei dem Wagen, der in den Unfall hineingerast war, wurde die Frontpartie eingedrückt. Der 52 Jahre alte Fahrer kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Der Mann aus dem Raum Karlsruhe konnte bereits am Mittag wieder nach Haus gehen.

Die Autobahn war für mehrere Stunden gesperrt, konnte aber ab 10.00 Uhr wieder in beiden Richtungen befahren werden. Die Polizei suchte nach dem Fahrer eines Sattelzuges, der laut Zeugenaussagen am Unfallort gehalten haben und dann weitergefahren sein soll. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass er an dem Unfall beteiligt gewesen sein könnte. Dies werde nach den Ermittlungen der Gutachter inzwischen jedoch ausgeschlossen, sagte ein Sprecher der Polizei am Montag.

Ein ADAC-Sprecher reagierte mit Entsetzen auf das Geschehen. Grundsätzlich sei es richtig, bei einem Zusammenstoß auf der Autobahn das Autos sofort zu verlassen. Allerdings müssten sich die Menschen so schnell wie möglich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Grundsätzlich sollten zum Aussteigen die Türen auf der Beifahrerseite genutzt werden. Allerdings sei dies bei einem Unfall auf der mittleren Spur auch sehr gefährlich.

Autobahnen sind immer wieder Schauplatz von Familientragödien. So kamen im April ebenfalls auf der A5 bei Rust eine 36 Jahre alte Mutter und ihre vier Jahre alte Tochter bei einem Auffahrunfall ums Leben; der Vater und ein zehn Jahre altes Mädchen überlebten schwer verletzt. Im Januar starb auf der A49 nahe dem hessischen Fritzlar ein Ehepaar im Alter von 36 und 32 Jahren, die neun und sechs Jahre alten Kinder überlebten auf dem Rücksitz mit schweren Verletzungen.

 

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