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20.04.2015

Hunderte Kitas wegen Warnstreiks geschlossen

Stuttgart (dpa/lsw) - Tausende von Eltern müssen sich wegen eines landesweiten Warnstreiks der Erzieherinnen am Montag eine Betreuungsalternative zu den Kitas ihrer Kinder suchen.

Verdi und die Bildungsgewerkschaft GEW rufen für den Erziehungs- und Sozialdienst zu Arbeitsniederlegungen auf, um den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber für die fünfte Verhandlungsrunde am selben Tag in Offenbach zu erhöhen. Verdi rechnet damit, dass 700 Einrichtungen geschlossen bleiben. Allein in Stuttgart sind voraussichtlich 175 von 181 städtischen Kitas betroffen.

Zu der zentralen süddeutschen Kundgebung mit Verdi-Bundeschef Frank Bsirske erwartet die Gewerkschaft mehr als 8000 Warnstreikende aus Baden-Württemberg und Bayern in der Landeshauptstadt.

Gefordert wird eine höhere Eingruppierung für die bundesweit rund 240000 Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst, die zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würde. Die kommunalen Arbeitgeber halten die Forderungen für nicht bezahlbar und werfen der Gewerkschaft Kompromisslosigkeit vor. Der Stuttgarter Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle zeigte wenig Verständnis für den Ausstand am Tag der Verhandlungen. «Verdi soll seine Mitgliederwerbung nicht auf dem Rücken der Eltern und Kinder betreiben», sagte er.

Der Landeselternrat der Kitas unterstützt allerdings die Aktionen der Beschäftigten. Für den Fall, dass auch die neue Verhandlungsrunde ergebnislos bleibt, hatte Verdi mit Urabstimmung und unbefristetem Streik gedroht. Zum kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst gehören unter anderem Erzieherinnen, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Kinderpflegerinnen sowie Heilpädagogen.