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Der Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche, Uwe Hück, sieht im Tarifkonflikt der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie einen erhöhten Druck der Gewerkschaft IG Metall auf die Autobauer zukommen.
Der Betriebsratschef des Sportwagenbauers Porsche, Uwe Hück, sieht im Tarifkonflikt der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie einen erhöhten Druck der Gewerkschaft IG Metall auf die Autobauer zukommen. © dpa
25.04.2012

IG Metall: Warnstreik-Druck bei Porsche und Daimler

Im Tarifstreit der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie erhöht die Gewerkschaft IG Metall den Druck. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sagte: «Am 2. Mai wird es mit massiven Warnstreiks in der Automobilindustrie losgehen. Auf jeden Fall bei Porsche und Daimler wird es Proteste geben. Da bin ich mir sicher. Die Arbeitgeber müssen spüren, dass wir es ernst meinen.»

Die Friedenspflicht im Westen endet am 28. April. Die Tarifgespräche für die 800.000 Beschäftigten im Südwesten gehen am 8. Mai weiter.

Hück sagte weiter: «Wir brauchen bis Mitte Mai eine Lösung, sonst ist der Zug abgefahren und der Himmel wird rabenschwarz. Unser Tannenbaum brennt im Mai.» Die Gewerkschaft verlangt in einem Paket 6,5 Prozent mehr Geld sowie die unbefristete Übernahme aller Ausgebildeten und mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Das Angebot der Arbeitgeber sieht eine Entgelterhöhung von drei Prozent bei einer Laufzeit von 14 Monaten vor. Diesen Vorschlag lehnte Hück erneut ab. «Es darf kein Kompromiss herauskommen, bei dem die Jugend der Verlierer ist», sagte der Gewerkschafter.

Ein Sprecher des Arbeitgeberverbands Südwestmetall sagte: «Lösungen und Kompromisse findet man am Verhandlungstisch und nicht auf der Straße.» Die Arbeitgeber seien auf die Gewerkschaft einen großen Schritt zugegangen. Nun müsse sich die IG Metall bewegen. Hauptknackpunkt der Gespräche ist nicht die Lohnfrage, sondern die Themen Übernahme und Leiharbeit.

«Wir dürfen die Zukunft unserer Jugend nicht gegen Lohnerhöhungen eintauschen», sagte der Gewerkschafter Hück. Er zeigte sich optimistisch, dass das Thema Entgelt einvernehmlich geregelt werden könne. «Lohn und Gehalt können wir hinkriegen.» Hück machte deutlich, dass sich die Gewerkschaft eine längere Laufzeit nur schwer vorstellen könne. Der Tarifvertrag zur Lohn- und Gehaltserhöhung dürfe nur über ein Jahr abgeschlossen werden. «Alles was darüber geht, ist den Beschäftigten schwer zu vermitteln.»

Die Einschaltung eines Vermittler zur Lösung des Tarifkonflikts lehnte der Porsche-Betriebsratschef kategorisch ab. «Eine Schlichtung wird uns nicht helfen.» Der Gewerkschafter drohte mit einer weiteren Zuspitzung des Konflikts. «Ich bin kein Freund eines Streiks, weil nicht absehbar ist, was passiert. Sollte aber feststehen, dass die Jugend der Verlierer ist, sind wir gezwungen, den Streik als letztes Mittel anzuwenden.» Ein Arbeitskampf werde beiden Seiten zum Schluss wehtun, meinte Hück.