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Erste Berichte über einen neuerlichen Absturz baden-württembergischer Schüler bei der IQB-Bildungsstudie sorgen im Südwesten für Aufregung. Diesmal sind Grundschüler betroffen. Das endgültige Ergebnis wird nun in Berlin veröffentlicht.
Erste Berichte über einen neuerlichen Absturz baden-württembergischer Schüler bei der IQB-Bildungsstudie sorgen im Südwesten für Aufregung. Diesmal sind Grundschüler betroffen. Das endgültige Ergebnis wird nun in Berlin veröffentlicht. © dpa
13.10.2017

IQB-Bildungsstudie: Ergebnisse mit Spannung erwartet

Erste Berichte über einen neuerlichen Absturz baden-württembergischer Schüler bei der IQB-Bildungsstudie sorgen im Südwesten für Aufregung. Diesmal sind Grundschüler betroffen. Das endgültige Ergebnis wird nun in Berlin veröffentlicht.

Nach Berichten über ein erneutes Abrutschen Baden-Württembergs in der IQB-Bildungsstudie wird die für Freitag (11.00 Uhr) geplante Veröffentlichung vor allem im Südwesten mit Spannung erwartet. Medien hatten zuvor mit Verweis auf Stuttgarter Regierungskreise berichtet, dass das Bildungsniveau vom Jahr 2011 auf 2016 vor allem in Baden-Württemberg massiv gesunken sei. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) stellt die Studie in ihrer Funktion als Präsidentin der Kultusministerkonferenz in Berlin vor.

Schon 2016 hatte eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) zum Stand der Neuntklässler für Aufregung gesorgt. Danach sackte der einstige Primus Baden-Württemberg im Ländervergleich auf hintere Ränge ab. Diesmal geht es um Grundschüler. Eisenmann wollte sich vorab noch nicht zu den Ergebnissen äußern. Zahlreiche Politiker taten das aber bereits.

«Das Ergebnis der Studie ist verheerend», sagte CDU-Landtagsfraktionschef Wolfgang Reinhart. Schuld sei nicht die aktuelle Landesregierung, sondern vor allem die grün-rote Vorgängerregierung.

SPD-Fraktionschef Andreas Stoch, der während der grün-roten Regierung Kultusminister war, verwies darauf, dass die geprüften Schüler noch ein von der früheren Kultusministerin Annette Schavan (CDU) geprägtes System durchlaufen hätten. Die von der SPD eingeleiteten Schritte zur Stärkung der Grundschulen hätten bei dieser Schülergruppe noch nicht ihre Wirkung entfalten können.

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz sagte: «Schuldzuweisungen sind einfach, aber nicht zielführend. Wir nehmen mit einem Qualitätskonzept die Grundschulen ganzheitlich in den Blick.»

Die Lehrer selbst kritisierten, die Grundschulen im Land seien in der Vergangenheit vernachlässigt worden. Die Landeschefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Doro Moritz, betonte: «Die Verantwortung für das schlechte Abschneiden der Grundschulen tragen Grüne, CDU, SPD und FDP gleichermaßen.»