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Falsche Hoffnungen hegte eine Frau (Symbolbild) aus dem Landkreis Sigmaringen: Ein Mann (Symbolbild) hatte ihr im Internet zuerst Liebe und dann Notlagen vorgegaukelt und am Ende 69.000 Euro ergaunert.
Falsche Hoffnungen hegte eine Frau (Symbolbild) aus dem Landkreis Sigmaringen: Ein Mann (Symbolbild) hatte ihr im Internet zuerst Liebe und dann Notlagen vorgegaukelt und am Ende 69.000 Euro ergaunert. © Symbolbild: dpa
19.06.2013

Im Internet Liebe vorgetäuscht: Frau schickt Unbekanntem 69.000 Euro

Sigmaringen. Eine 54-jährige Frau aus dem  Landkreis Sigmaringen ist im Internet Opfer eines dreisten Betrügers geworden. Im Glauben, eine Beziehung aufbauen zu können, hat sie einem Unbekannten in den zurückliegenden Monaten insgesamt 69.000 Euro überwiesen. Am Dienstag meldete sie sich bei der Polizei, um die Beamten bei einer weiteren Überweisung um Hilfe zu bitten. Die hatten jedoch eine Überraschung für sie parat.

Vor etwa drei bis vier Monaten hatte die Frau im Internet einen angeblich 58-jährigen amerikanischen Geschäftsmann mit Wohnsitz in Deutschland kennengelernt. Nach den ersten E-Mail-Kontakten schilderte er ihr, dass er mit seiner Tochter nach Lagos/Nigeria geflogen sei und auch eine große Summe Bargeld dabei habe. Zwei Tage später habe er dann angerufen und mitgeteilt, dass ihm das Geld gestohlen worden sei. Daraufhin überwies sie ihm das Geld für einen Rückflug.

Kurz darauf meldete er sich erneut und behauptete, dass das Taxi auf dem Weg zum Flughafen Lagos überfallen und seine Tochter angeschossen worden sei. Für die Bezahlung der Krankenhauskosten zur Behandlung seiner Tochter forderte er weitere 7000 Euro. Auch diesen Betrag überwies sie. In der Folgezeit schilderte er ihr zahlreiche weitere Missgeschicke. Um ihm aus seiner vermeintlich prekären Lage zu helfen, überwies sie nach und nach Tausende von Euro.

Als ihr am Dienstag ihre Bank einen weiteren Kredit über 5000 Euro verweigerte, sprach die Frau bei der Polizei vor. Sie bat darum, dass die Beamten ein gutes Wort für sie bei der Bank einlegten. Diese konnten sie schließlich davon überzeugen, dass sie einem Betrüger aufgesessen ist. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass der angebliche Geschäftsmann und seine genannte Adresse nicht existieren.

Betrüger, die online Liebe vortäuschen, so genannte Love-Scammer, kann man zum Beispiel mit Hilfe von Google erkennen. Man gibt den Namen der Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ ins Suchfeld ein. Die Suchmaschine kann in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen.

Weitere Hinweise gibt es im Internet unter: http://polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/scamming/rat-und-hilfe.html

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