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In Freiburg soll 2018 das Urteil gegen den Flüchtling Hussein K. fallen. Foto: dpa
In Freiburg soll 2018 das Urteil gegen den Flüchtling Hussein K. fallen. Foto: dpa
01.01.2018

Im neuen Jahr stehen im Südwesten viele große Verhandlungen bevor

Der Raubmord im Asia-Restaurant, der tödliche Unfall mit einem Müllwagen oder der Prozess um Hussein K. – zahlreiche Kriminalfälle beschäftigen die Gerichte im neuen Jahr. Ein Überblick über besonders wichtige Fälle vor Gericht.

Sexualmord von Freiburg: Der Mordprozess gegen Hussein K. wird frühestens im Frühjahr zu Ende gehen. Der Flüchtling hat gestanden, im Oktober 2016 in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin aus dem Enzkreis vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Es geht in dem Prozess auch um die Frage, wie alt der Mann ist. Das wird Auswirkungen auf die Höhe der Strafe haben.

Dreifachmord in Villingendorf: Ein 40-Jähriger soll in dem kleinen Ort nahe Rottweil am Abend des 14. September seinen sechsjährigen Sohn, den neuen Partner seiner Ex-Frau sowie dessen Cousine erschossen haben – am Ende einer privaten Einschulungsfeier. Die Mutter des Sechsjährigen konnte fliehen.

Nach einem tragischen Unfall mit einem Müllwagen bei Nagold (Kreis Calw) mit fünf Todesopfern muss sich der Lastwagenfahrer voraussichtlich 2018 vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Tübingen hat Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben – sie geht davon aus, dass der Mann zu schnell in eine Kurve gefahren ist und sein Müllfahrzeug deshalb am 11. August auf das Auto einer fünfköpfigen Familie gekracht war. Bei dem Unfall starben die 25 Jahre alte Fahrerin, ihr Freund (22), die zweijährige Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die Schwester der Fahrerin (17).

Das Landgericht Stuttgart wird sich zehn Jahre nach dem Urteil wieder mit dem sogenannten Beton-Mordprozess befassen. Einer der verurteilten Haupttäter ist im Sommer nach dem Verbüßen von zehn Jahren Haft in die geschlossene Psychiatrie verlegt worden. Zudem wurde die nachträgliche Sicherungsverwahrung gegen den heute 28-Jährigen beantragt. 2007 war ein 19 Jahre alte Schüler auf eine Wiese in Kernen (Rems-Murr-Kreis) gelockt und mit Schlägen und Tritten getötet worden. Seine Leiche wurde zerstückelt, Teile davon einbetoniert und im Neckar versenkt.

Zum Jahresstart soll der Prozess um den Raubmord im Restaurant Asien-Perle in Backnang zu Ende gehen. Ende Januar könnten die Plädoyers gehalten werden. Vor Gericht stehen zwei in Rumänien vorbestrafte Männer. In der Nacht zum 4. März 2016 sollen sie die Inhaberin des Restaurants niedergeschlagen und mit Tritten so schwer verletzt haben, dass die 53-Jährige starb. Sie wurde tot in der Damentoilette gefunden. Den Angeklagten wird heimtückischer Mord vorgehalten.

Das ganze neue Jahr über dürfte das Staatsschutzverfahren in Stuttgart dauern, das sich mit 36 Morden auf einer Müllkippe in Syrien befasst. Drei mutmaßliche Mitglieder der Al-Kaida-nahen Terrorgruppe Dschabhat al-Nusra sollen sich 2013 an der Hinrichtung von 36 Mitgliedern des Assad-Regimes beteiligt haben. Einer soll für weitere Morde sowie eine Sprengstoffexplosion verantwortlich sein. Das Terrorverfahren in Stammheim ist bis in den Oktober 2018 terminiert.

Es gibt noch keinen Termin, aber es ist davon auszugehen, dass sich ab Frühjahr die Anführer der Straßengang „Osmanen Germania BC“ in Stuttgart vor Gericht verantworten müssen. Nach einer Razzia gegen die türkische Straßengang in drei Bundesländern ist kürzlich Anklage gegen acht Männer erhoben worden. Ihnen wird unter anderem versuchter Mord, versuchter Totschlag, räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung, Zwangs- prostitution und Zuhälterei vorgehalten.