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Ein ausgebranntes Fahrzeug und ein stark beschädigtes Fahrzeug des

Regierungspräsidiums in Freiburg stehen am Dienstag auf

dem Parkplatz der Behörde. Foto: dpa
freiburg autos © dpa
06.09.2011

Immer mehr Brandanschläge auf Autos im Südwesten

FREIBURG. Unbekannte haben Autos und Wohnmobile in mehreren Städten Baden-Württembergs in Brand gesetzt. Ein Anschlag auf zwei Autos des Regierungspräsidiums in Freiburg könnte auf das Konto der linksautonomen Szene gehen, sagte ein Polizeisprecher. Die Tat sei möglicherweise eine weitere Reaktion auf die Räumung einer illegalen Wagenburg vor einem Monat.

Auch in Kirchheim unter Teck, Weilheim an der Teck und Weil am Rhein gingen in der Nacht mehrere Fahrzeuge in Flammen auf. Bisher gibt es keine Hinweise auf die Täter.

Nach Angaben des Innenministeriums in Stuttgart steigt damit die Zahl der in Brand gesetzten Fahrzeuge seit Jahresbeginn auf 152. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2010 wurden 166 Fahrzeuge im Südwesten angezündet. Eine Serie von Brandanschlägen auf Autos in Berlin hatte in den vergangenen Wochen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die dortige Polizei geht von linksextrem motivierten Tätern aus, konnte bisher nach eigenen Angaben aber nur einige Trittbrettfahrer festnehmen.

Die beiden Fahrzeuge auf dem Freiburger Behördenparkplatz brannten in der Nacht zum Dienstag weitgehend aus. «Die wurden regelrecht abgefackelt», sagte der Sprecher. Die Hitze beschädigte einen danebenstehenden kleinen Kastenwagen erheblich. Der Sprecher schätzte den Schaden auf rund 50 000 Euro. Der oder die Täter konnten unerkannt flüchten. «Uns fehlt eine konkrete Spur.»

Den Ermittlungen zufolge wurde das Feuer gezielt gelegt und nicht durch einen technischen Defekt ausgelöst. Die Autos waren wegen ihres Nummernschilds als Fahrzeuge des Regierungspräsidiums zu erkennen gewesen. An zwei weiteren Fahrzeugen auf dem Gelände hatten die Täter vergeblich versucht, Feuer zu legen. In der Nähe zündeten Unbekannte zudem einen Motorroller an. Dieser gehört nach ersten Erkenntnissen einem Landesbediensteten.

Die im Mai 2009 errichtete Wagenburg musste Anfang August weichen, weil auf dem Gelände unter anderem ein Hotel gebaut werden soll. Linksautonome hatten nach der Räumung laut Polizei unter anderem ein Polizeiauto attackiert, Scheiben des Regierungspräsidiums eingeschmissen und Häuser in der Stadt mit Farbe beschmiert. Zu dem Anschlag vom Dienstag bekannte sich bis Dienstagabend niemand.

Im Kreis Esslingen standen zwischen 3.00 und 4.00 Uhr ein Auto und mehrere Wohnmobile in Flammen. Die Ermittler gehen ebenfalls von Brandstiftung aus, ein politischer Hintergrund sei aber unwahrscheinlich. «Das sind eher Nachahmungstäter gewesen», sagte ein Polizeisprecher. Der Schaden beläuft sich nach Behördenangaben auf knapp 100 000 Euro.

In Kirchheim brannte ein Auto komplett aus, die Flammen beschädigten zwei weitere Wagen. Wenige Minuten später gingen im benachbarten Weilheim zwei Wohnmobile in Flammen auf. Ein drittes wurde auf dem frei zugänglichen Gelände eines Händlers für gebrauchte Fahrzeuge ebenfalls beschädigt.

Am frühen Morgen zerstörte ein Feuer zudem ein Auto in Weil am Rhein im Kreis Lörrach. Die Polizei schätze den Schaden auf rund 40 000 Euro. Zeugen berichteten, dass zunächst unterhalb des Motorblockes Flammen zu sehen waren, die plötzlich auf das ganze Fahrzeug übergriffen. Deshalb schließen die Ermittler Brandstiftung nicht aus, wohl aber ein politisches Motiv. dpa