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Sogenannte Legal Highs werden als Kräutermischungen, Badesalze oder Lufterfrischer ausgewiesen - und im Internet als vermeintlich legale Alternative zu illegalen Drogen angeboten. Die Behörden sind alarmiert. Nicht nur wegen einer Toten.
Sogenannte Legal Highs werden als Kräutermischungen, Badesalze oder Lufterfrischer ausgewiesen - und im Internet als vermeintlich legale Alternative zu illegalen Drogen angeboten. Die Behörden sind alarmiert. Nicht nur wegen einer Toten. © dpa
22.01.2016

Immer mehr Fälle von "Legal Highs" in Gefängnissen - Kontrollen sollen verschärft werden

Ravensburg (dpa/lsw) - Nach dem Tod einer Frau durch eine gerauchte Kräutermischung und der Erkrankung von Häftlingen soll es im Gefängnis Ravensburg verstärkte Kontrollen geben. Ein Rauschgiftspürhund etwa soll Drogenschmuggel verhindern. Das teilte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag in Stuttgart mit. In dem Gefängnis waren am vergangenen Sonntag sechs Insassen etwa durch Wutanfälle und Krämpfe aufgefallen, nachdem sie eine Kräutermischung geraucht hatten. Vier von ihnen seien kurzfristig in einem Krankenhaus behandelt worden, sagte ein Sprecher, der einen Bericht des Südwestrundfunks bestätigte.

Ob ein Zusammenhang mit dem Tod einer 48-Jährigen in Biberach an der Riß bestehe, werde von der zuständigen Staatsanwaltschaft geprüft. Die Frau hatte ebenfalls eine Kräutermischung geraucht. Diese wird unter dem Oberbegriff «Legal Highs» geführt.

Als «Legal Highs» bezeichnet man etwa als Kräutermischungen oder Badesalze getarnte Drogen, die Experten wegen der unberechenbaren Wirkung als sehr gefährlich einschätzen. Diese vermeintlich harmlosen und synthetisch hergestellten Stoffe, die oft in bunten Tütchen daherkommen, fallen meist nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

In einem Bericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hatte es bereits im Sommer geheißen, «Legal Highs» seien zunehmend mit Gesundheitsschädigungen und Todesfällen verbunden. Auch in Rheinland-Pfalz starb ein 25-Jähriger aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich im vergangenen Jahr wegen des Konsums einer Kräutermischung. Dies habe mittlerweile ein toxikologisches Gutachten belegt, berichtete die Polizei in Trier am Donnerstag.