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Immer mehr Flüchtlinge im Land: Tafeln vor großen Problemen.
Immer mehr Flüchtlinge im Land: Tafeln vor großen Problemen © dpa
27.09.2014

Immer mehr Flüchtlinge im Land: Tafeln vor großen Problemen

Stuttgart. Der Zustrom von Flüchtlingen bringt die Mitarbeiter der Essensausgabe Tafel in Baden-Würrtemberg an ihre Grenze. «Von heute auf morgen entstehen neue Notquartiere.

100 bis 300 Flüchtlinge, die über Nacht angekommen sind, stehen plötzlich vor unserer Tür. Oft gibt es nicht genügend Lebensmittel», sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Tafeln, Rolf Göttner, am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Umliegende Tafel-Ausgabenstellen müssten aushelfen, damit alle Menschen bedient werden könnten. Die Tafel als preiswerte Essensausgabe sei oft die erste Anlaufstelle, die in den Notunterkünften genannt werde. Dementsprechend groß sei der Andrang, der für viele Stellen kaum zu stemmen sei, sagte Göttner. «Zu den 12 000 Kunden, die pro Woche die fünf Ausgabestellen in Stuttgart aufsuchen, kommen zusätzlich bis zu 1000 Flüchtlinge.»

Ein weiteres Problem sei die Traumatisierung der Flüchtlinge, die die Mitarbeiter der Tafel of überfordere. Göttner sieht zudem die unterschiedliche Esskultur als Herausforderung: «Wir bieten Waren an, die sich an die Essgewohnheiten Mitteleuropas anpassen. Für Flüchtlinge sind diese oft ungewohnt und fremd».

Asylbewerber werden von der Tafel allerdings nicht nur versorgt, sie können auch aktiv bei der Lebensmittelvergabe helfen. «In der Stuttgarter Tafel sind rund 100 Flüchtlinge beschäftigt, die für einen Stundenlohn von 1,05 Euro und zusätzlichem Fahrgeld arbeiten», sagte Göttner.

Nach Angaben des Verbandes gibt es zurzeit 140 Tafeln in Baden-Württemberg, in denen rund 8000 vorwiegend ehrenamtliche Helfer beschäftigt sind. Bedürftige Menschen bekommen dort Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, für einen geringen Betrag. Neben Obdachlosen und Langzeitarbeitslosen nutzen auch viele Alleinerziehende, Rentner und Studenten das Angebot.

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