nach oben
23.03.2010

In Diakonie offenbar Kinder mit Reitpeitsche misshandelt

MOSBACH. Auch in der Johannes-Diakonie in Mosbach sollen in den 1960er Jahren Heiminsassen sexuell missbraucht und von Betreuern körperlich misshandelt worden sein. Wie die „Rhein-Neckar-Zeitung“ berichtete, meldete sich ein ehemaliger Zögling, der über zehn Jahre lang sexuelle Übergriffe und körperliche Misshandlungen zu erdulden hatte.

Mit einer Reitpeitsche habe ein Betreuer in Reiterhosen und Stiefeln die Kinder und Jugendlichen regelmäßig misshandelt. Die Jugendlichen mussten zudem nach kilometerlangen Fußmärschen dessen Privathaus unentgeltlich umbauen. Beim wöchentlichen Badetag soll ein anderer Betreuer Kinder kopfüber in eine Wanne getaucht und sie dabei festgehalten haben. Der Mann sprach von Todesängsten, die er damals auszustehen hatte.

Ein Missbrauchs-Opfer, das sich 2006 an die Erzdiözese Freiburg wandte, wirft der Diözese die Vertuschung seines Falls vor. Bis auf die Mitteilung, man werde seinen Fall prüfen, habe er aus Freiburg nichts mehr gehört, sagte der Mann dem „Südkurier“. Erst jetzt, nachdem sich der 53-Jährige im Zuge der aktuellen Diskussion getraute, öffentlich Druck auf den einstigen Täter zu machen, sei der 69-jährige Priester vom Dienst in einer Gemeinde in der Schweiz suspendiert worden.

dpa