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Dem Vater einer Flüchtlingsfamilie aus dem syrischen Aleppo werden im Registrierungszentrum der Flüchtlingsunterkunft Patrick-Henry-Village Fingerabdrücke abgenommen. Mit Hilfe des Registrierungszentrums sollen Asylanträge schneller abgewickelt werden.
Dem Vater einer Flüchtlingsfamilie aus dem syrischen Aleppo werden im Registrierungszentrum der Flüchtlingsunterkunft Patrick-Henry-Village Fingerabdrücke abgenommen. Mit Hilfe des Registrierungszentrums sollen Asylanträge schneller abgewickelt werden. © dpa
18.12.2015

In kurzer Zeit zum Asylbescheid: Modellprojekt wird vorgestellt

Heidelberg (dpa/lsw). Es soll die Dauer bis zum Asylbescheid drastisch verkürzen: Ein neues Modellverfahren zur Bearbeitung von Asylanträgen wird am Freitag (11.00 Uhr) in Heidelberg vorgestellt. Dabei werden die Anträge nach Erfolgsaussicht in Gruppen eingeteilt, wie das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) mitteilte.

Über Anträge von Flüchtlingen mit sehr guter oder sehr schlechter Bleibeperspektive wird innerhalb kurzer Zeit in Heidelberg entschieden. Komplexere Fälle gehen hingegen wie bisher üblich zur Bearbeitung an die Bamf-Außenstellen. Das Projekt soll bei einem Besuch von Bamf-Leiter Frank-Jürgen Weise und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) im Zentralen Registrierungszentrum in Heidelberg präsentiert werden.

Im November war bundesweit über knapp 356 000 offene Asylverfahren noch nicht entschieden. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer liegt bei rund fünf Monaten. Die «Rhein-Neckar-Zeitung» (Dienstag) hatte berichtet, in Heidelberg solle künftig innerhalb von ein bis zwei Tagen über Asylanträge entschieden werden. Bis zu 100 abgeschlossene Asylverfahren pro Tag seien möglich. Das Bamf wollte sich dazu nicht äußern.