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08.03.2015

Innenminister Reinhold Gall verurteilt VfB-Randale

Stuttgart. Gewaltbereite Fans des VfB Stuttgart haben bei Randalen vor und nach dem Heimspiel gegen Hertha BSC (0:0) zwölf Polizisten verletzt. Unter anderem habe eine Gruppe aus rund 80 Menschen eine Streife in einen Hinterhalt gelockt, sagte ein Sprecher der Stuttgarter Polizei am Samstag.

Einer der Beamten habe drei Signalschüsse abgegeben, um Kollegen auf die Lage aufmerksam zu machen. Die Angreifer seien geflüchtet. Die beiden Streifenpolizisten erlitten den Angaben nach Wunden am Kopf durch geworfenen Steine, einer musste im Krankenhaus genäht werden.

Schon vor Beginn des Spiels am Freitagabend hätten Beamte Gäste-Fans auf dem Weg zum Stadion vor Stuttgarter Anhängern schützen müssen, sagte der Sprecher. Die Polizisten seien von fliegenden Flaschen und Böllern verletzt worden. Zudem hätten die Randalierer an gut einem Dutzend Streifenwagen Seitenspiegel ab- oder Fenster eingeschlagen. Der Schaden gehe in die Tausende.

Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) verurteilte die Randale. «Wir werden nicht hinnehmen, dass sich die mit schierer Lust an Gewalt konfrontierten Beamten nur mit Signalschlüssen vor noch schwereren Verletzungen retten konnten», erklärte Gall gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden zusammen mit den Verantwortlichen des Profifußballs geeignete Maßnahmen festlegen, damit sich solche Szenen in Zukunft nicht wiederholen.»

Das Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und Hertha BSC Berlin brachte bereits im Vorfeld eine gewisse Brisanz mit sich, da die Berliner Fangruppen eng zu denen des Karlsruher SC verbunden sind. Das Spiel dürfte für viele mitgereiste Fans also einen Derbycharakter gehabt haben. In einer Pressemitteilung schreibt die Polizei Stuttgart, dass die Fans aus Berlin überlichweise von KSC-Anhängern unterstützt und begleitet werden, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass auch Fans aus Karlsruhe an dem Geschehen beteiligt waren.