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Ein 20-Jähriger wurde auf der A8 von der bayerischen Polizei bis nach Baden-Württemberg verfolgt. Auf seiner Crashtour hatte der Betrunkene einen Reisebus gerammt und versucht, ein Polizeiauto abzudrängen.
Ein 20-Jähriger wurde auf der A8 von der bayerischen Polizei bis nach Baden-Württemberg verfolgt. Auf seiner Crashtour hatte der Betrunkene einen Reisebus gerammt und versucht, ein Polizeiauto abzudrängen. © Symbolbild: dpa
26.11.2012

Irre Raserei: Polizeiauto abgedrängt, Reisebus gerammt

Die irre und gefährliche Fahrt eines 20-Jährigen aus dem bayerischen Landkreis Aichach-Friedberg hat die Polizei am Sonntagabend auf der A8 beim baden-württembergischen Dornstadt beendet. Der junge Fahrer hatte mit seinem Mercedes mehrere Fahrzeuge, darunter auch einen Reisebus mit Jugendlichen, gerammt. Einen Streifenwagen der Polizei wollte er von der Fahrbahn abdrängen. Am Ende rannte der Mann über die A8, konnte aber in einer Baustelle festgenommen wegen.

Der junge Mann hatte sich gegen 17 Uhr selbst an die Augsburger Polizei gewandt. Er sei mit seinem Auto unterwegs und drohte, sich etwas anzutun. In Sorge um den 20-Jährigen leitete die Polizei sofort eine umfangreiche Fahndung nach ihm ein. Dabei wurde er von der bayerischen Polizei noch im Raum Augsburg auf der Autobahn gesehen und sofort verfolgt.

Ohne Rücksicht raste er durch Baustellen und schlängelte sich an Fahrzeugkolonnen vorbei. Der Mercedes-Fahrer flüchtete auf er A8 mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Stuttgart, gefolgt von zahlreichen Streifen. Auf der Ulmer Alb staute sich der Verkehr vor einer Baustelle. Hier wollte sich der 20-Jährige erst über den Standstreifen und später über die anderen Fahrstreifen durchdrängeln. Dabei rammte er mehrere Fahrzeuge, unter anderem auch den mit etwa 30 Jugendlichen besetzten Reisebus. Glücklicherweise blieb es bei Sachschäden.

Selbst Schüsse der Polizei auf das Fluchtauto konnten die gefährliche Weiterfahrt nicht verhindern, der Mercedes konnte so nicht gestoppt werden. In einem günstigen Moment gelang es aber einer Streife der bayerischen Polizei, sich neben den Mercedes zu setzen. Daraufhin versuchte der 20-Jährige mehrfach, den Streifenwagen abzudrängen. Ein Polizeibeamter wurde dabei leicht verletzt.

Schließlich schleuderte der 20-Jährige selbst mehrfach gegen die Leitplanke. Sein Wagen blieb nach dieser Schleudertour liegen. Daraufhin flüchtete der junge Mann zu Fuß über die Autobahn. Mit viel Glück und unbeschadet überquerte er die Gegenfahrbahn. In einer A8-Baustelle konnte er schließlich von Polizeibeamten gestellt und überwältigt werden.

Wie die Polizei weiter mitteilt, entstand durch die Verkehrsunfälle Sachschaden in Höhe von rund 15.000 Euro. Die Autobahn Richtung Stuttgart musste für die Dauer von etwa zwei Stunden vollständig gesperrt werden. Dadurch entstand ein Stau von bis zu zehn Kilometern Länge.

Mittlerweile wurde der 20-Jährige aufgrund seines Zustands in eine psychiatrische Klinik in ärztliche Obhut gegeben. Den Vorfall hat er mit leichtesten Verletzungen überstanden. Wie sich herausgestellt hat, war der 20-Jährige erheblich betrunken. Seinen Führerschein, den er erst Anfang des Jahres erhalten hatte, musste er jetzt wieder abgeben. pol