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Ein Hohlraum hinter einer Wand in Stuttgart hat die Polizei überrascht. Sie fanden dort mehrere hundert Druckplatten und Heißprägefolien zur Herstellung von Dollar-Falschgeld (Bild) und Euro-Blüten.
Ein Hohlraum hinter einer Wand in Stuttgart hat die Polizei überrascht. Sie fanden dort mehrere hundert Druckplatten und Heißprägefolien zur Herstellung von Dollar-Falschgeld (Bild) und Euro-Blüten. © Symbolbild: dpa
21.05.2014

Jahrelang Falschgeld im Hohlraum einer Wand gedruckt

In einem Hohlraum hinter einer Wand haben Polizisten bei einer Razzia in Stuttgart mehrere hundert Druckplatten und Heißprägefolien zur Herstellung von Dollar- und Eurofälschungen entdeckt. Zudem fanden sich bei der Durchsuchung bereits im Februar in der Fälscherwerkstatt zahlreiche noch nicht geschnittene Druckbögen mit unfertigen Fünf-Euro-Blüten im Wert von etwa 80.000 Euro, eine scharfe Pistole und Kokain.

Das teilte das Landeskriminalamt in Stuttgart am Mittwoch mit. Mehrere Wohnungen und Geschäftsräume seien durchsucht worden.

Im Februar wurden gegen fünf Verdächtige im Alter von 27 Jahren bis 54 Jahren Haftbefehle erlassen. Ein 35-jähriger mutmaßlicher Drahtzieher soll zusammen mit einem 42-jährigen Drucker seit 2010 große Mengen falsche Ein-, 50- und 100-US-Dollarnoten hergestellt und in Umlauf gebracht haben. US-Behörden hatten von 2011 bis 2013 insgesamt 79 dieser gefälschten Ein-Dollar-Scheine registriert. Der Gesamtschaden ist noch nicht beziffert.

In Haft sind nun nur noch der mutmaßliche Kopf der Fälscherbande und eine 54-jährige Frau aus Böblingen. Gegen die anderen drei Beschuldigten wurde der Haftbefehl gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Sie hatten gestanden. Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt 15 Wohnungen und Geschäftsräume in Stuttgart, Kirchheim (Kreis Esslingen) und einer Gemeinde im Kreis Böblingen durchsucht.

Die Fahnder gehen davon aus, dass sich die Geldfälscher die Vorlagen in China beschafften. Für die Software fuhr der Drucker nach Italien. Dort wurde er Anfang 2014 wegen versuchten Mordes festgenommen, er soll ein Opfer mit einem Messer am Hals lebensgefährlich verletzt haben. Bereits 1994 war der Mann wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und 2009 auf Bewährung entlassen worden.