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Das Baufeld für Stuttgart 21 in Stuttgart ist am Montag weitgehend abgeholzt (Aufnahme vom Bahnhofsturm). Auf der abgeholzten Fläche im Schlossgarten soll der Trog für den Tiefbahnhof ausgehoben werden. Aber auch anderswo in Baden-Württemberg werden in den Städten jedes jahr Tausende Bäume gefällt. © dpa
21.02.2012

Jedes Jahr werden Tausende Stadt-Bäume im Land gefällt

Stuttgart. Nicht nur im Stuttgarter Schlossgarten wird abgeholzt: Die Städte in Baden-Württemberg lassen auch in diesem Jahr tausende Bäume fällen, die alt und brüchig sind oder einem Bauvorhaben weichen müssen. Allein in Stuttgart sind es jährlich rund 700 Bäume, in Heilbronn in diesem Winter etwa 600, in Karlsruhe 510, in Mannheim 366, in Freiburg etwa 300, in Ulm in diesem Jahr mindestens 285.

Bildergalerie: Tausende Bäume werden in Baden-Württemberg gefällt

Dies ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Nicht immer wird für jeden gefällten Baum ein neuer gepflanzt. In einer Woche beginnt die Vegetationsperiode - dann darf bis Ende September nicht mehr gerodet werden.

«Viele Fällentscheidungen werden kurzfristig getroffen, zum Beispiel aus Gründen der Verkehrssicherheit», sagt Svenja Stickert von der Stuttgarter Stadtverwaltung. Bevor ein dicker Ast abbreche oder gleich ein ganzer Baum umstürze, entfernt ihn die Stadt vorsorglich.

Die Baumpflege- und Fällarbeiten sind nicht nur aufwendig, sondern auch teuer: Allein die Landeshauptstadt zahlt jährlich rund zwei Millionen Euro für Bauminspektionen. In Ulm belaufen sich die Kosten für die Pflege auf 600.000 Euro, in Tübingen auf etwa 200.000 Euro.

Proteste gegen Abholzungen gibt es auch außerhalb von Stuttgart, wenn auch nicht so heftig. Die Karlsruher Stadtsprecherin Helga Riedel zeigt Verständnis für Bürger, die nicht einverstanden sind, wenn Bäume verschwinden: «Es ist uns ein Anliegen, Stadtbäume zu erhalten, da sie für das Stadtklima wichtig sind.» In Karlsruhe suche man den Dialog mit naturverbundenen Bürgern. Allerdings habe die Stadt auch die Erfahrung gemacht, die man aus Stuttgart kennt: «Der Hinweis auf demokratisch getroffene Entscheidungen, die Baumfällungen zur Folge haben, hat bei den Betroffenen nicht immer die erhoffte Überzeugungskraft.» dpa

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