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60-Jähriger soll 123 Mal Jugendliche sexuell missbraucht haben
60-Jähriger soll 123 Mal Jugendliche sexuell missbraucht haben © Symbolbild: dpa
18.10.2012

Jugendliche 123 Mal sexuell missbraucht?

Karlsruhe. Wegen sexuellen Übergriffen auf Jugendliche und in einem Fall auf ein Kind hat der zuständige Haftrichter am Mittwoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen einen 60-jährigen Mann die Untersuchungshaft angeordnet. Die Ermittlungsbehörden prüfen die Möglichkeit weiterer Taten und suchen weitere Geschädigte.

Der in Bad Schönborn-Mingolsheim und mit weiterem Wohnsitz in Karlsruhe lebende Mann steht in dringendem Tatverdacht, im Zeitraum von 2007 bis heute in mindestens 123 Fällen, jeweils gegen Bezahlung eines geringen Entgelts, Jungendliche sexuell missbraucht zu haben. Ein mehrfach betroffener heute 18-Jähriger war zum Zeitpunkt der ersten Tat im Alter von 13 Jahren noch ein Kind.

Wie die Ermittlungen ergeben haben, sei der 60-Jährige immer nach dem gleichen Muster vorgegangen, indem er Gelegenheiten zur Anbahnung von Kontakten zu deutschen wie auch ausländischen Jugendlichen suchte und nutzte. In der Regel habe er seine späteren Opfer zum Essen eingeladen und gegen Bezahlung Haus- und Gartenarbeiten angeboten. Er habe sich gegenüber ihnen großzügig gezeigt und den Jugendlichen finanzielle Anreize geboten. Nach dem Aufbau eines freundschaftlichen Vertrauensverhältnisses sei den ausnahmslos männlichen Jugendlichen ein geringes Entgelt angeboten worden, wenn diese von dem mutmaßlichen Täter sexuelle Handlungen an sich vornehmen ließen.

Nachdem beim zuständigen Polizeirevier Bad Schönborn von unterschiedlichen Seiten vage Hinweise auf den wegen gleichartiger Delikte unter Bewährung stehenden Mann eingegangen waren, haben Beamte der Kriminalpolizei-Außenstelle Bruchsal in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft weitere Ermittlungen eingeleitet. Letztlich verdichtete sich der Tatverdacht, nachdem mehrere Jugendliche den Mann unabhängig voneinander wegen ähnlicher sexueller Übergriffe belastet hatten. Er wurde am Mittwoch in Bad Mingolsheim festgenommen und nach der Vorführung beim Haftrichter in eine Vollzugsanstalt eingeliefert.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Kreis der betroffenen Jugendlichen wesentlich größer sein dürfte, als bisher bekannt wurde. Daher werden weitere Geschädigte, die den Kontakt zur Polizei noch nicht gesucht haben, gebeten, sich mit der Bruchsaler Kriminalpolizei-Außenstelle unter 07251/726-201 in Verbindung zu setzen.