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24.09.2014

Junge Dschihadisten - Minister Gall fordert mehr Wachsamkeit

Stuttgart. Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat zu mehr Wachsamkeit in Schulen, Vereinen, Moscheen und Familien aufgerufen, um das Abgleiten junger Menschen in den Dschihadismus zu verhindern.

«Wir müssen darauf achten, wie sich Kinder und Jugendliche verändern», sagte er den «Stuttgarter Nachrichten». Werde eine solche Entwicklung festgestellt, können diese über anonyme Rufnummern den Behörden gemeldet werden. Problematisch sei, dass die Islamisten ein «warmes Nest bauten» in dem sich aus Syrien zurückkehrende Kämpfer ebenso wohlfühlten wie neue Extremisten. Dies sei «subtile Menschenfängerei».

Es müsse auch darüber nachgedacht werden, das Thema islamischer Extremismus in den Schulen im Zuge von Präventionsangeboten anzusprechen.

Hans-Ulrich Rülke und Ulrich Goll (beide FDP) stimmten Gall zunächst zu, «dass dem Abgleiten von Kindern und Jugendlichen in extremistische Kreise mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden und über Präventionsangebote in Schulen nachgedacht werden müsse.» Angesichts dieser Forderung sei es aber unverständlich, dass Grün-Rot es ablehne, im Landtag über den FDP-Antrag zur Erweiterung der Enquetekommission Rechtsextremismus zu diskutieren.

Rülke und Goll schlagen daher vor, dass die Kommission sich mit jedem politisch oder religiös motiviertem Extremismus befasst, «denn im Rahmen einer Enquete kann sich das Parlament am besten fundiert über mögliche Präventionsmaßnahmen informieren und Empfehlungen im Austausch mit Experten erarbeiten.» Angesichts der Gewaltakte in der letzten Zeit und dem Aufruf des Innenministers «hoffen sie, dass auch die grün-roten Fraktionen zu dieser Überzeugung gelangen».