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25.02.2015

Junge in Hängematte stranguliert - Diakonie-Mitarbeiter vor Gericht

Heilbronn. Vier Mitarbeiter einer Diakonie-Einrichtung im Kreis Heilbronn stehen nach dem Tod eines Jungen in einer Hängematte vor Gericht. Mit Hilfe von Zeugen - etwa ein Sicherheitsberater und ein Polizeibeamter - hat das Amtsgericht Heilbronn am Mittwoch die Vorwürfe aufklären wollen.

Die Mitarbeiter werden beschuldigt, die Sorgfalts- und Aufsichtspflicht missachtet und den Tod des Zehnjährigen in einer Wohngruppe der Diakonischen Jugendhilfe in Eppingen-Kleingartach verursacht zu haben. Der Junge, der an einer Entwicklungsstörung litt, hatte sich im Jahr 2012 in einem Tobraum in einer Hängematte eingedreht und selbst stranguliert.

Der Vorsitzende der Einrichtung, der Leiter der Haustechnik, ein Fachbereichsleiter und eine Pädagogin sind wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Fall einer Verurteilung reicht das Strafmaß von einer Geldstrafe bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe. Ein Urteil wird frühestens für den 4. März erwartet, möglicherweise muss aber noch ein vierter Verhandlungstag angesetzt werden. Der Prozess hatte am Montag begonnen.