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10.02.2014

KIT-Laborant lässt Hunderte Kilo Chemikalien mitgehen

Ein 40-jähriger Chemielaborant steht im dringenden Verdacht, über Jahre hinweg von seiner Arbeitsstätte am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im nördlichen Landkreis Karlsruhe größere Mengen verschiedener Chemikalien entwendet zu haben. Offensichtlich unbemerkt bestellte er auf das Budget seines Arbeitgebers diverse Stoffe und schaffte diese in von ihm genutzte Räumlichkeiten in Eppingen.

Ende Januar entdeckten Kriminalbeamte bei einer richterlich angeordneten Durchsuchung eines Hauses mehr als 500 Kilogramm verschiedenster, größtenteils noch original verpackter Chemikalien. Der Beschuldigte wurde daraufhin festgenommen und nach Erlass eines von der Staatsanwaltschaft Karlsruhe beantragten Haftbefehls in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Experten begutachteten inzwischen die aufgefundenen Stoffe und stellen den Abtransport durch eine sachkundige Firma sicher.

Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht. Zu welchem Zweck der 40-Jährige die chemischen Stoffe und sonstiges Zubehör hortete, konnte bislang nicht geklärt werden. Auch hierzu dauern die kriminalpolizeilichen Ermittlungen noch an.

Das KIT teilte mit, eine umfassende interne Prüfung eingeleitet zu haben. Die Hochschule will klären, wie es zu dem Vorfall kommen konnte - zumal bei Bestellvorgängen für Chemikalien ein Vier-Augen-Prinzip vorgeschrieben sei. «Der Beschuldigte hatte eine Vertrauensposition inne und war fachlich sehr qualifiziert», hieß es.